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25. August 2010 3 25 /08 /August /2010 16:16

http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/87/38_1.jpgDer Vertreter der SPD im Vorstand der deutschen Bundesbank  hat mal wieder gefurz. Leider hat sein Furz die Form eines Buches angekommen und soll nun über die Büchertische der Repubik braune Gedanken in die Köpfe der Bürger gießen.

 

Er hat mit der Furz-Zeitung auch ein passendes Medium gefunden um seinen Schmutz zu bewerben. Die Furz-Zeitung hat sich ja von jeher auf die Genital- und Analbereiche der Deutschen spezialisiert.

 

Leider hat er auch noch ein anderes Medium gefunden, aber dazu mehr weiter unten.

 

Zunächst einmal: Man darf solche Meinugen vertreten wie das Herr Sarrazin tut. Keine Frage. Zumal seine Behauptungen ja nicht neu. Sie werden schon seit geraumer Zeit an deutschen Stammtischen und in diversen Schmuddelecken des Internets diskutiert. Und gelten als weitgehend wissenschaflich widerlegt (siehe zum Beispiel:  Demografische Studie: Migranten bekommen nicht mehr Kinder als Deutsche). Was Herr Sarrazin da verbreitet ist purer Rassismus ( Was ist Rassismus? ) - gefährlich übrigens mit so einem Namen.

 

Naja, in der Folge wird Sarrazin nun von der NPD gelobt und die rechtsextremen Islam-Hasser von Pro-Deutschland bieten ihm sogar den Bundesvorsitz ihrer "Partei" an.

 

Wer jedoch wie Sarrazin selbst vom Geld der SteuerzahlerInnen (auch der von ihm beschimpften Einwanderer) lebt - und es sei betont: sehr gut lebt - und zudem eine Funktion ausübt, in der er repräsentative Funktionen nach innen und außen wahrnimmt (es glaube keiner, Herr Sarrazin würde wirklich arbeiten für sein Geld), der muss sich schon fragen lassen, ob seine Meinungen mit dem Amt in Einklang zu bringen sind.

 

Doch da wo er jetzt ist, kriegt ihn (außer eine wiederbelebte RAF) keiner mehr weg. Der Job ist unkündbar. Das sollte sicherstellen, das die Bundesbanker in Fragen der Geldpolitik unabhängig von der Politik sind. Das sie sich zu anderen Fragen öffentlich äußern, war dabei nicht vorgesehen. Schließlich sollten sie Experten der Finanzmarkt-Instrumente sein, nicht Experten für Befölkerungsentwicklung und interkulturelle Aspekte.

 

Wenn Herr Sarrazin nun zu einem Thema äußert, in dem er beim besten Willen nicht als Experte gelten kann (seine Expertise dürfte sich auf das Studium seiner türkischen Hausfrau beschränken), wenn gleichzeitig eine Weltwirtschafskrise zu Ende geht, zu der er es nicht nötig befand, ein Buch zu schreiben.

 

Das stellt die drängende Frage, wie ein solche inkompetenter Mensch den Posten einen Bundesbank-Vorstandes ergattern konnte. Die Antwort ist einfach: SPD. Sarrazin hat sich in der Berlner SPD hochgedient und konnte sich als Finanzsenator mit rücksichtslosem Streichen als Hardliner profilieren.

 

Die Ansichten von Sarrazin waren den Berlinern hinreichend bekannt - schon im Amt dort hatte er jede Gelegenheit zur Provokation genutzt.

 

Und statt den Posten eine Bundesbank-Vorstandes mit jemand zu besetzen, der die nowendigen Kompetenz und Konzentration auf die dort relevanten Themen mitbringt, hat die SPD ihren Einfluß genutzt, um den Posten zur "Versorgung" des Ex-Finanzsenators zu mißbrauchen. SPD-Filz statt Kompetenz.

 

Da kann die interne Empörung jetzt noch so groß sein: Der SPD verdanken wir den Rassisten im Vorstand der deutschen Bundesbank. Und die Frage ist weniger, ob die SPD ihn rauswirft (obwohl das sicher klug wäre, denn der nächste Sarrazin-Skandal kommt bestimmt) , sondern ob sie zukünfitg etwas ändert an ihrer Postenbesetzungspolitik. Sarrazin ist ja nicht der erste SPD Politiker, der die durch die Partei erlangt Prominenz nutzt, um der Partei inhaltlich in den Rücken zu fallen. Und das diese Politiker immer vom rechten SPD-Flügel kommen, ist wenig überraschend.

 

Solange die SPD aber regelmäßig rechte Hetzer in prominente Positionen bringt, kann ich Rot-Grün oder Rot-Grün-Orange auch nicht attraktiver finden als die selben Kombinationen mit Schwarz statt Rot. 

 

Doch es ist nicht nur die SPD, die Rassismus und rechte Hetze unterstützt. Neben der Furz-Zeitung verhilft eine weiteres Medium Sarrazin zur notwendigen Aufmerksamkeit in der Mitte der Gesellschaft und macht seine Behauptungen dort erst diskussionsfähig. Oder um es mit @csickendieck zu sagen:

 

Wenn man so die Artikel von @SPIEGEL_Politik liest, könnte man den Eindruck gewinnen, man liest das Parteiblatt der NPD. Widerlich.

 

Hagen Rether hat ja schon immer darauf hingewiesen, wie undifferenziert und subtil der Print-Spiegel gegen den Islam hetzt.(1)  Jetzt reicht es auch mir. Ich werden nicht nur meinen SPON Konsum einschränken ( als News-Junkie nehme ich erst mal die Süddeutsche als Alternative ).

 

Übrigens: buecher.de wirbt nicht nur aktiv bei Google für der Sarrazin-Buch, nein buecher.de wirbt auch noch damit, das sie bei diesem Buch keine Versandkosten verlangen.

 

Zum Glück kaufen ich meine Bücher nicht online, sondern beim einem lokalen Buchhändler, dem es nicht nur um Umsatz und Gewinn geht, sondern  auch darum, was in den Büchern drinsteht, die er verkauft.

 

So, genug aufgeregt, daher überlasse ich Hagen Rether das Schlusswort:

 

"Wir brauchen viel weniger von diesen Spaltern. Wir brauchen nicht noch mehr Scharfmacher. Wir brauchen noch mehr Dialog. Die Scharfmacher haben uns nach Ahganistan gebracht. Die Scharfmacher machen dauernd Krieg. Wie wollen wir denn in Zukunft hier leben? Wollen wir uns nur noch anschreien in Zukunft? Die Hardliner sind doch tragische Figuren. [...]

So habe ich den Lessing nicht verstanden. Wie wärs mit den differenzierten Debatte? Und wenn du dich um Dialog bemühst und um Integration, dann wirst du sofort abgewatscht. Sozialromantik und Multikulti-Kuschelkurs. Abgekanzelt. Ende. Ja sicher Multi-kulti-Kuschelkurs, was denn sonst? Prügelkurs? Die Alternative können wir uns seit 20, 30, 40 Jahren im Nahen Osten angucken.“

 

Hagen Rether

 

 


 

Rether zu Spiegel:

 

Ein aufgeklärtes Nachrichtenmagazin ist tatsächlich in der Lage, binnen weniger Monate immer mit schwarzem Titelbild über den Islam zu berichten. Rudolf Augstein rotiert im Grab, das kannste bis Mekka hören. Nicht mal der Klaus Kleber wollte da noch Chefredaktuer werden.


Hagen Rether

 

Relevante Links zum Thema:

Der Wahnsinnige am Bohrer

Der Wille zur Ausgrenzung - Zur Debatte um Sarrazin und Sloterdijk - Antifa Infoblatt

Die Dominanz des Irrelevanten - internet-law.de

Guido, Thilo - Maul halten.

Schmeißen Sie mich raus, Herr Sarrazin!

 

 

 

Siehe auch:

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Published by Direkte Aktion - in Staat & Gesellschaft
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Kommentare

HELELD 11/16/2010 23:45


ICH HABE BERUFLICH MIT VIELEN ÄLTEREN MENSCHEN KONTAKT.
EINIGE SAGTEN: ES HAT SCHON EINMAL SO BEGONNEN....!(SARRAZIN, HABERMANN, USW.)


ebook leser 08/29/2010 12:32


Eine bessere und vor allem kostenlose Werbung für sein neues Buch kann sich Sarrazin gar nicht wünschen. Wenn das so weitergeht, dann kennt es auch der letzte in unserem Land. Zugegebenermassen
habe ich es noch nicht gelesen und kann also nicht mitsprechen, allerdings wird man es lesen müssen um sich aus erster Hand eine Meinung zu bilden und das Buch entsprechend beurteilen zu können.


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