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30. April 2009 4 30 /04 /April /2009 19:47
KartoffelEine seltsame Begründung: Kanzlerin Angela Merkel  warnt vor zu starken Vorbehalten gegen Gen-Manipulation weil Deutschland auf lange Sicht sonst "nicht bestehen" könne. Was sie wirklich meint: Die großen internationalen Gentechnik-Konzerne könnten vielleicht nicht in Deutschland investieren. Damit gibt sie zu, das die CDU glaubt, vom Wohlwollen der internationalen Konzerne abhängig zu sein.

Zudem hatte die CDU-Vorsitzende auf die finanziellen Folgen für das Unternehmen verwiesen, wenn die beantragten Freilandversuche abgelehnt würden (Quelle: SZ). Wir müssen also etwas gefährliches genehmingen, damit BASF keine Verluste macht? Das hätten die sich vorher überlegen sollen!

Ehrlicher ist da noch Forschungsministerin Annette Schavan (CDU): Hinter der Gen-Kartoffel Amflora stünden „hohe Forschungsinvestitionen“.

Hier wird mal wieder deutlich, wie die Union im Zweifel entscheidet: Für die Groß-Industrie und gegen die Interessen der einfachen Menschen und auch der heimischen Landwirtschaft. Denn selbst wenn es sich bei der Kartoffel um eine reine Industriekartoffel handelt, die nicht : Das Ding gehört dem BASF-Konzern. Wenn sie sich einmal für die Produktion von Papier, Garn oder Klebstoff durchsetzt, stehen auch deutsche Bauern vor der Wahl, jedes Jahr für jede Kartoffel Lizenzgebühren an einen internationalen Konzern abführen zu müssen oder das Geschäft einem ausländischen Konkurrenten überlassen zu müssen.

Heftige Kritik kam von den Grünen. Mit der Erlaubnis setze Aigner das rechtswidrige Zulassungsverhalten ihres Vorgängers Seehofer fort, sagte Fraktionschefin Renate Künast dem Tagesspiegel. „Unter dem Deckmäntelchen der Forschung“ werde faktisch der Vermehrungsanbau einer Pflanze mit Antibiotikaresistenz zugelassen. „Jeder weiß, dass wir große Probleme mit Antibiotikaresistenzen haben.“ Um globale Krankheiten überhaupt noch behandeln zu können, bestehe „ein massives gesundheitliches Interesse, dass es in der Umwelt keine frei flottierenden Antibiotikaresistenzen gibt“. (Pressemitteilung der Grünen im Bundestag)

Hintergrund ist, das zu befürchten ist, das sich durch die Freisetzung der Kartoffel ihre Antibiotika-Resistenz auch auf andere Organismen überträgt. Insbesondere auf Bakterien. Was aber bedeuten würde, das diese Bakterien zu Killer-Bakterien werden, die -sollte sich ein Mensch mit ihnen infizieren - medizinisch nicht mehr bekämpft werden können.

 

Erst vor kurzem ist ein brasilianisches Model an einer solchen Infektion mit Killer-Bakterien qualvoll gestorben. Trotz mehreren Amputationen konnten die Ärzte sie nicht mehr retten: Tod mit 20 - brasilianisches Model stirbt an heimtückischer Infektion


Ist die Kartoffel erst einmal freigesetzt, kann niemand verhindern, das sich das Erbgut nicht auch über Versuchsfelder hinaus verbreitet. Die Konsequenz muss nicht - aber kann dramatisch sein. Doch das nimmt die Union für ein paar kurzfristige - und nicht einmal garantierte - Investitionen gern in Kauf.

Die SPD kann sich übrigens mal wieder nicht entscheiden, ob sie für die Industrie oder die einfachen Menschen sein soll - und schweigt.

Mehr Infos bei:
Greenpeace

Doch bald ist Bundestagswahl und das ist eine gute Gelegenheit, Druck auf die Union auszuüben. Den die CSu wackelt schon aus Angst vor Stimmverlusten. Macht deshalb mit bei den

Mitmach-Aktionen zum Thema Gentechnik

und sagts weiterin der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis und bei der Arbeit.

Foto: Beliebige Kartoffel (nicht Amflora) von KENPEI (unter GFDL, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.1 Japan License)

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Published by Direkte Aktion - in Gen-Manipulation
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