Wednesday, 12. may 2010 3 12 /05 /Mai /2010 23:15

Die Ölpest im Golf von Mexiko belegt mal wieder alle gängigen Vorurteile gegen internationale Konzerne: Erst wird mit Bestechung, Lügen und gefälschten Gutachten eine Sondergenehmigung für erwirkt, um im Naturschutzgebiet Profit  machen zu können. Dann werden die Sicherheits-Bestimmungen vernachlässigt oder gezielt unterlaufen, um noch mehr Profit zu machen.

 

Und wenn dann die Katastrophe passiert, dann ist keiner Schuld gewesen und es wird vertuscht, wo es nur geht.

 

Übertreiben?

 

In New Orleans überragt das Hochhaus von Shell alle anderen Gebäude. Das alljährliche Jazz-Festival Anfang Mai wird von der Ölbranche gesponsert. Und fast alle lokalen und nationalen PolitikerInnen bekommen Wahlkampfhilfe. Mary Landrieu, Vertreterin des Bundesstaates im Senat in Washington, hat im letzten Wahlkampf 17.000 Dollar von Spitzenmanagern von BP erhalten. Das ist die höchste einzelne Wahlkampfunterstützung, die BP je einer Senatorin gezahlt hat. Mehr als Landrieu bekam nur Präsident Barack Obama. Seinen Wahlkampf finanzierten Leute, die bei BP arbeiten, mit 71.000 Dollar.

 

Quelle: taz.de

 

 

US-Politiker und Umweltschützer machen außerdem Behördenschlampereien für das Unglück mitverantwortlich, berichtete die "New York Times". So habe die für die Aufsicht der Ölförderung verantwortliche Rohstoffbehörde MMS ohne genaue Sicherheits- und Umweltprüfungen Genehmigungen erteilt. Der Behörde wurde in den vergangenen Jahren häufiger eine zu unkritische Haltung gegenüber der Ölindustrie bis hin zur Bestechlichkeit vorgeworfen.

 

Quelle: Spiegel.de

 

Selbst nach der Explosion der "Deepwater Horizon"-Plattform hat die MMS noch mehr als 20 Ausnahmegenehmigungen erteilt, die Ölförderer im Golf von lästigen und teuren Umweltkontrollen an ihren Plattformen befreien. Außer ExxonMobil und Chevron kam auch BP in den vergangenen Tagen in den Genuss einer solchen Ausnahmegenehmigung.

 

Quelle: taz.de

 

Im konkreten Fall habe die MMS es unterlassen, den Blowout Preventer vor dem Einsatz auf Tauglichkeit zu prüfen. Das Ventil soll garantieren, dass kein Öl unkontrolliert aus einem Bohrloch am Meeresboden austritt. Der Chef von BP Amerika, Lamar McKay, bezeichnete die Vorrichtung als wichtigste Sicherungsmaßnahme. "Mir wurde nie gesagt, dass wir uns den anschauen sollten", sagte ein MMS-Mitarbeiter bei einer Anhörung in New Orleans.

 

Quelle: Spiegel.de

 

Das Trio der Ölbohrer zeigt wenig Schuldgefühle oder Gewissensbisse. Die Drei zeigen nur mit dem Finger auf andere. Antworten auf offene Fragen geben sie keine.

"Transocean trug die Verantwortung für die Sicherheit der Bohroperationen", sagt BP-Mann McKay. "Verantwortlich" seien der Betreiber und der Vertragspartner, kontert Transocean-Vertreter Newman. Seine Leute hätten lediglich "die Instruktionen des Bohrinselbesitzers" befolgt, sagt Halliburton-Sprecher Tim Probert.

Die drei Männer lesen ihre Erklärungen vom Blatt ab, steif, reglos, mit kaum geöffneten Lippen. Vier Stunden später wiederholen sie ihre Statements wortgleich vor dem Umweltausschuss des Senats. Die Szenen kommen einem bekannt vor: In ähnlicher Manier reden sich auch die Wall-Street-Bosse um ihre Mitschuld an der Finanzkrise herum.

 

Quelle: Spiegel.de

 

 

 

Steiner befasst sich seit dem Bersten des Tankschiffes "Exxon Valdez" vor der Küste von Alaska mit Ölkatastrophen in aller Welt. Und schreibt unter anderem Gutachten für Greenpeace. Seit Ende vergangener Woche hat er Wasser- und Ölproben eingesammelt. Unter anderem vor Breton Island und am südlichsten Zipfel der Mississippi-Mündung. Zu beiden Stellen haben BP und die Militärs den Zugang verboten. Als der Meeresbiologe Steiner dort Wasser schöpft, wird er an beiden Stellen vertrieben. Breton Island ist ein Vogelparadies. Und in diesem Jahr ist die Hälfte der Küken bereits geschlüpft. Steiner versteht, dass diese Vögelchen, die von ihren Eltern unter anderem mit Öl gefüttert werden, ruhebedürftig sind. Und vermutet zugleich, dass es darum geht, unerwünschte Zuschauer fernzuhalten. "Sie wollen keine Bilder haben", sagt er, "die zeigen, wie ineffizient ihre Arbeiten sind."


Jo Billup - und tausende andere verhinderte freiwillige Helfer - sind davon überzeugt, dass BP ihnen das Aumaß der Katastrophe und die eigene Hilflosigkeit bei den Arbeiten verbergen will. "Großes Öl, schwarzes Gold, Gift für die Seele", singt Jo Billup in einem ihrer Lieder. Die 49-Jährige gehört zu jener Minderheit, die schon seit Jahren vor den Gefahren der Offshore-Öl-Förderung warnen.

 

Quelle: taz.de

 

Ach, die katastrophalen Folgen für die Region und die Umwelt werden BP kaum kratzen:

 

Auch der finanzielle Schaden wird das Unternehmen kaum umwerfen, selbst wenn er in die Milliarden gehen sollte: Der Gewinn von BP stieg im ersten Quartal auf 5,6 Milliarden Dollar.

 

Quelle: Spiegel.de

 

BP hat bisher nach eigenen Angaben gut 3,5 Millionen Dollar an 295 Geschädigte überwiesen - weniger als vier Prozent des BP-Tagesumsatzes.

 

Quelle: Spiegel.de

 


Die Konzerne würden alles tun, sogar Hitlers Holocaust wiederholen, wenn sich damit Gewinne von über 15% realisieren ließen. Lügen, Betrügen, Bestechen? Das sind doch bloß Kleinigkeiten.

 

Jeder Mensch, der in einer halbwegs verantwortlichen  Funktion tätig werden will, muß ein polizeiiches Führungszeugnis vorlegen. Konzerne dagegen brauchen keine langfristigen Konsequenzen fürchten: Die Politik ist käuflich und die Wähler / Verbraucher haben nur ein Kurzzeit-Gedächtnis.

 

War nicht gerade BP vor ein paar Jahren schon mal in den Schlagzeilen wegen einer Bohrinsel-Geschichte? Vergessen?


Die Konzerne sind nur an kurzfristiger Gewinnmaximierung interessiert (sog. Shareholder-Value) und wären amoralische Verbrecher-Organisationen, wenn sie damit durchkommen würden. Das Klima interessiert die so lange einen feuchten Dreck, solange das nicht in der nächsten Bilanz auftaucht. Die investieren lieber mal eben 50 Mio in Propaganda als in Klimaschutzmaßnahmen.


Wenn es nach denen ginge, hat es auch nie ein Waldsterben gegeben, das Ozonloch findet nur in den Köpfen statt, Contagan&Asbest sind super gesund und Rauchen sowieso das gesündeste, was die Menschen je erfunden haben.

 

Quelle: direkte aktion

 

Das Problem ist nicht das Öl. Das Problem ist unser Wirtschaftssytem, das a-moralisches Handeln mit riesigen Gewinnen belohnt. Am Arsch sind die, die wirklich arbeiten.

 

 

Siehe auch weitere Artikel in der Kategorie "Umwelt & Natur" wie zum Beispiel:

Klimawandel? Eine einfache Entscheidung!

Unterzeichnen Sie die Petition: 1 Million gegen GenTech Nutzpflanzen

Elefanten oder Elfenbein?

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CHEVRON im Amazonas: Saubermachen!

 

Siehe auch weitere Artikel in der Kategorie Wirtschaft, zum Beispiel:

Attac lädt zum Banken-Tribunal

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