Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
29. Juni 2010 2 29 /06 /Juni /2010 21:36

http://foodwatch.de/foodwatch/content/e10/e5885/e6146/e6189/Schlachtabfaelle_web_200px_ger.jpgDer Fall war klar, und doch hatte die Staatsanwaltschaft Lübeck die Ermittlungen eingestellt. Gegen ein Bußgeld von nur 5000 Euro kommt ein Tiermehl-Schmuggler davon, obwohl foodwatch den illegalen Export von 5000 Tonnen Rindermehl mit potenziellem BSE-Risiko nach Malaysia im Jahr 2008 ausführlich dokumentiert hatte.

 

Sind solche Exportgeschäfte möglich, ist es auch ein Leichtes, BSE-Risikomaterial über den Umweg Ausland wieder zurück in die menschliche Nahrungskette zu bringen.

 

foodwatch hatte bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht verlangt. Doch diese wurde nun endgültig verwehrt. Das bittere Fazit: Ein Tiermehlschmuggler kommt ohne strafrechtliche Konsequenzen davon – und die Öffentlichkeit erfährt nicht einmal, warum keine Anklage erhoben wird.

 

foodwatch wird weiter für bessere Gesetze kämpfen, die einen sicheren Umgang mit riskanten tierischen Abfällen garantieren. Bitte unterstützen Sie daher deren Online-Mitmachaktion!

 

In Deutschland werden die Regelungen für den Umgang mit tierischen Abfällen im großen Maßstab missachtet. Die Fleischkonzerne verdienen gut daran - und das noch mit Genehmigung der zuständigen Behörden. Andere Abfälle wie Autos oder Elektroschrott werden hingegen wesentlich strenger geregelt.

 

Fordern Sie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf,  für mehr Sicherheit beim Umgang mit Schlachtabfällen zu sorgen. Es kann nicht sein, dass Autos kontrollierter entsorgt werden müssen als Fleischabfälle!

 

E-Mail

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,

etwa 14 Millionen Tonnen tierische Abfälle werden in der Europäischen Union (EU) jedes Jahr gehandelt, sei es als zu Tiermehlen verarbeitete oder als rohe Ware. Wie die zahlreichen Fleischskandale beweisen, ist die Gefahr erheblich, dass solche Abfälle widerrechtlich für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden.

foodwatch hat festgestellt, dass zehntausende Tonnen Tiermehl illegal aus Deutschland in Nicht-EU-Staaten exportiert werden und dass rohe Schlachtabfälle ohne jegliche Kontrolle in Nicht-EU-Staaten verkauft werden. Es besteht die Gefahr, dass sie dort in die menschliche Nahrungskette gelangen und wieder nach Deutschland importiert werden. Große Fleischkonzerne sind in diese Praktiken verwickelt und die Behörden vor Ort decken diesen ungesetzlichen Handel. Die foodwatch-Recherchen sind in dem Report "Die Tiermehl-Schmuggler" dokumentiert.

Als Bundesverbraucherministerin sind Sie verantwortlich dafür, diesen Zuständen ein Ende zu setzen. Wir fordern Sie deshalb auf, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Stoppen Sie alle Exporte von Tiermehlen und rohen Schlachtabfällen in Nicht-EU-Staaten, bis effektive Regelungen in Kraft sind.
  • Exporte in Drittländer dürfen in Zukunft nur in OECD-Länder erfolgen - wie dies auch bei gefährlichen Abfällen gesetzlich geregelt ist.
  • Die Herstellerverantwortung der Fleischwirtschaft muss sich analog der Abfallgesetzgebung auf die Entsorgung oder Verwertung aller tierischen Abfälle und Nebenprodukte erstrecken.
  • Tiermehl und rohe Schlachtabfälle dürfen nur noch gehandelt werden, wenn nachprüfbare Entsorgungsnachweise für die gesamte Lieferkette vorliegen.
  • Rohe Schlachtabfälle müssen eingefärbt werden, Tiermehl muss vergällt werden, damit keine tierischen Abfälle mehr in den menschlichen Nahrungskreislauf gelangen können.

Sehr geehrte Frau Aigner, Sie haben es in der Hand, den skandalösen Zuständen in der Fleischbranche ein Ende zu setzen. Schützen Sie die Verbraucher nachhaltig vor Schlachtabfällen und den Machenschaften skrupelloser Firmen! Werden Sie jetzt tätig!

Mit freundlichen Grüßen,

 

Hier unterschreiben und absenden. Fast 12.000 Menschen haben schon mitgemacht.

 

Siehe auch:

Weitere Artikel in der Kateorie "Lebensmittel", zum Beispiel:  

Wirtschaftsforscher für die Ampel

Qualitätsverbesserung durch Glutamat?

Klebeschinken = Klageschinken

"Monte Drink" von Zott, die dreisteste Werbelüge des Jahres

Unterzeichnen Sie die Petition: 1 Million gegen GenTech Nutzpflanzen

Bertolli-Sauce jetzt mit verschlechterter Rezeptur

 

Pfanners Phantom-Physalis

Deutsche lehnen Gen-Food ab
Final Version: Brief an ferrero (Nutella aus der Kindersklaverei)

 

 

 

Wenn du diesen Artikel nützlich fandest, dann abonniere doch unseren Newsletter (rechts) oder unseren Feed. Beides hält dich schnell und kostenlos auf dem laufenden. Oder folge uns auf Twitter unter @direkteaktion (viele Infos) und / oder @action_pur (nur Mitmach-Aktonen). 

 

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Direkte Aktion - in Lebensmittel
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Direkte Aktion
  • Direkte Aktion
  • : Anstatt die Bürgerinnen und Bürger zu Zuschauern der Demokratie zu degradieren (wie das viele Medien tun), bietet das Blog "DirekteAktion" vielfältige Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, Druck auf die Politiker auszuüben und die Welt in der wir leben zu verbessern. Diese Bemühungen können alle LeserInnen unterstützen, indem sie bei den Aktionen mitmachen und diese aktiv weiterempfehlen. DirekteAktion begreift sich als demokratisch und konstruktiv.
  • Kontakt

Newsletter

Abonniere doch unseren Newsletter oder unseren Feed. Beides hält dich schnell und kostenlos auf dem laufenden.

 

Oder folge uns auf Twitter unter @direkteaktion (viele Infos) und / oder @action_pur (nur Mitmach-Aktonen).

Auf identi.ca findest du uns auch unter@direkteaktion.