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29. Oktober 2010 5 29 /10 /Oktober /2010 08:06
Vergleich zwischen SPD und Die Linke aus Perspektive der ArbeiterInnen*
Thema

Interessen der

ArbeiterInnen

SPD Position Position Die Linke
Löhne in der Krise

Einkommens-

stabilität

Verzicht gegen

Arbeitplatzgarantie

möglich

Einkommensverzicht

zugunsten der Unternehmen;

Subventionen an Konzerne um (einen Teil der) Arbeitsplätze zu sichern

Lohnerhöhungen und Steuerentlastungen zu Ankurbelung der Nachfrage
Löhne im Boom Einkommenssteigerungen Verzicht auf Einkommenssteigerungen, um "den Aufschwung nicht zu gefährden" Agemessene Einkommenssteigerung, Nachholen von Einkommensverzichten aus der Krise, überproportionale Steigerung der unteren Einkommen
Steuern & Abgaben Geringe Steuern und Abgaben Hohe Staatseinnahmen Hohe Staatseinnahmen
Preise Geringe Preise für Grundnahrungsmittel, Kleidung, Mieten, Transport, Bildung, Erholungsaktivitäten Preise bestimmen sich über den Markt, Luxusgüter können bei starkem Lobbyeinfluß auch vergünstigt sein Preise sollten einer staatlichen Kontrolle unterliegen
Kündigungsschutz

Wer keinen Scheiß baut, sollte nicht kündbar sein.

Wenn das Management Scheiß baut, sollten die ArbeiterInnen das nicht ausbaden müssen, sondern das Management.

Kündigungsschutz behindert den Markt

Wenn Unternehmen unrentabel sind, müssen die ArbeiterInnen leider drunter leiden - "geht nicht anders".

Der Arbeitsplatz ist eine Recht, das einem nicht genommen werden kann.

Wenn das Unternehmen unrentabel ist, muss der Staat einspringen.

Theoretisch ist Verstaatlichung das Ziel, aber ...

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist Existenz-bedrohend und Sinn-tötend

Das schlimmste was passieren kann.

Jetzt auch noch durch Arbeitsamt / Hartz4 Sachbearbeiter herumgeschubst zu werden ist aber absolut zum Kotzen

Arbeitslose kosten den Staat ein Heidengeld, machen sich schlecht in der Statistik und das Regieren schwer - die "faulen Säcke" sollen möglichst wenig kosten und das Maul halten.

 

Arbeitslose sollten mehr Geld bekommen, wenn denn welches da ist.

Kultur ist aber auch wichtig.

Ansonsten wird im Sozilismus alles besser. Schließlich gabs ja in der DDR keine Arbeitslosen und auch kein faules Gesindel.

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Gebt uns angemessene Jobs oder Fortbildungsmaßnahmen, die uns fördern, statt uns für blöd zu erklären.

Bestraft uns nicht, wenn wir selbst Mini-Jobs finden (durch Reduzierung der Bezüge)

Wenns den Konzernen gut geht, dann schaffen die schon Arbeitsplätze.

Lasst die mal machen

Wenn nicht klappt, das müssen die Umwelt oder die ArbeiterInnen halt Abstriche machen.

Wir machen das schon! Wenns nicht klappt, machen wir den Kapitalismus oder die Einwanderer verantwortlich. Oder wer uns noch so einfällt.
Kinderbetreuung

Wenn wir gut arbeiten sollen, brauchen wir gute Kinderbetreuung, ohne darum kämpfen zu müssen.

 

Kinderbetreuung kostet und bringt keine Lohrbeeren - wir fordern da gern, aber wenn wir regieren, lassen wir da
Wir fordern das mal, aber wenn dann kein Geld da ist, naja.

Einkommens-

gerechtigkeit

Der Lohn sollte nicht vom Marktwert, sondern davon abhängen, wie hart ich arbeite.

Warum soll eine Yuppie-Banker Millionen im Monat verdienen, aber eine Schichtarbeiter im Stahlwerk keine 3.000 Euro?

Millionen-Boni für Banker sind nicht so OK, aber wir werden nicht in den Markt eingreifen, damit die Banken nicht abwandern.

Die Idee, nach Leistung zu bezahlen gefällt uns aber nicht.

Grundsätzlich sollte ein Stahlarbeiter besser bezahlt werden als ein Banker (aber nicht besser als ein Politiker).

Dafür brauchen wir aber erst mal den Sozialismus.

In der DDR war das nämlich schon fast so. Fast jedenfalls. So ein bischen.

Subventionen   Wenn der Staat schon Steuergelder ausgibt (oder auf Einnahmen verzichtet), dann doch bitte zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Und das sind nicht internationale Konzerne & Aktiengesellschaften.
 Wenn wir den Konzernen genug Geld geben, werden sie die Arbeitsplätze schon retten / schaffen. Das glauben wir - trotz gegenteiliger Erfahrungen - immer noch.

  Kein Geld den Kapitalisten!

 

Der Staat muss diese Arbeitsplätze unbedingt sichern!

Gehälter & Pensionen von Abgeordneten, MinisterInnen, Parteifunktionären ect.

Warum sollen die mehr verdienen als einfache ArbeiterInnen?

 

Diäten kommt von Diät.

  Wir müssen so viel verdienen wie die Wirtschaftsbosse sonst werden wir bestechlich.
    Wir müssen so viel verdienen wie die Wirtschaftsbosse sonst werden wir bestechlich.

 

* Hier werden nicht die Parteiprogramme zitiert, sondern meine persönliche Wahrnehmung (die auf öffentlichen Äußerungen von Spitzenpolitikern sowie den beobachteten Abstimmungsverhalten in den Parlamenten basiert).

 

Es ist durchaus naheliegend, dass bei vielen ArbeitnehmerInnen das ähnliche Eindrücke ankommen. Die sind ja nicht ganz blöd.

 

Daher kommt auch ein großer Teil der Politik-Verdrossenheit: Die Menschen erleben, das ihnen in Reden und Programmen viel versprochen wird, aber die Umsetzung dann damit wenig hat (oder - liebe SPD- das Gegenteil vom versprochenen ist).

 

Statt also zu meckern, das ich hier was falsch darstelle: Bitte lernen und besser machen! Aber dran denken: Regierungszeiten (auch in den Ländern) zählen auch und zwar stärker als Oppositionszeiten.

 

 

Siehe auch weitere Artikel in der Kategorie "Parteien & Wahlen",

zum Beispiel: 

Analyse: Parteiensystem in Deutschland vor dem Umbruch

Was Piraten von den Grünen lernen können

Die Risiko-Wahl in NRW

Hotelspendenskandal: Auch CSU ließ sich bestechen

Abrechung mit den Nicht-Wählern und denen, die mit ihrer Zahl argumentieren

Das Wahlergebnis in historischer Perspektive

 

 

 

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Published by Direkte Aktion - in Parteien und Wahlen
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