Anstatt die Bürgerinnen und Bürger zu Zuschauern der Demokratie zu degradieren (wie das viele Medien tun), bietet das Blog "DirekteAktion" vielfältige Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, Druck auf die Politiker auszuüben und die Welt in der wir leben zu verbessern. Diese Bemühungen können alle LeserInnen unterstützen, indem sie bei den Aktionen mitmachen und diese aktiv weiterempfehlen. DirekteAktion begreift sich als demokratisch und konstruktiv.
Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft hat einen Vorschlag gemacht: Urlaubsverzicht zugunsten Arbeitsplatzsicherheit.Doch wenn wir uns das genauer ansehen, dann ist die Forderung ziemlich unverschämt. Denn die Arbeitnehmer sind nicht die Verursacher der Krise. Sondern Unternehmer-Vereinigungen wie der Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, die jahrelang gegen eine – wie sich jetzt zeigt, dringend notwendige - Kontrolle des Wirtschaftsgeschehens durch den Staat agitiert haben.
Zum anderen zahlen die ArbeitnehmerInnen mit ihren Steuergeldern bereits reichlich für die Krise – im Gegensatz zu den Unternehmen und Unternehmern, die ja gerade keine Gewinne machen und daher von den meisten Steuern befreit sind.
Doch von dieser Unverschämtheit mal abgesehen, ist die Forderung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft geradezu eine Erpressung. Sie benehmen sich wie dreist Straßenräuber, die drohen: Geld oder Leben! Nur das sie sagen: Wer nicht auf Urlaub verzichtet, der könnte seinen Job verlieren. Ein Spiel mit der Angst.
Und nicht mal ein faires Angebot machen sie. Denn wenn die Wirtschaft wieder boomt, dann hat sich der Wert des Unternehmens gesteigert, doch die MitarbeiterInnen haben nix davon. Und wenn die nächste Krise kommt (oder der Besitzer das Unternehmen verzockt) ist der Job trotzdem weg.
Es wird Zeit, dass der Staat Firmen verpflichtet, in guten Zeiten Rücklagen zur Sicherung der Unternehmen und der Arbeitsplätze zu bilden. Es kann nicht sein, das die Eigentümer in guten Zeiten die Gewinne abschöpfen und in schlechten Zeiten Steuerzahler und Mitarbeiter bluten müssen.
Ich sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass beim Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft natürlich nicht davon die Rede ist, dass Manager kürzer treten oder die Eigentümer Kapital nachschießen. Wo kämen wir den da hin, wenn die das Risiko tragen? Das wäre ja wie in einer Marktwirtschaft!
Gut finde ich auch den Vorschlag von Wesselpower. Der schlägt dem Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft vor:
Was bieten Sie als Wetteinsatz all denen, die Ihrem Vorschlag folgen?
Ich hätte da eine Idee:
Wenn sich Ihr Vorschlag in der Praxis als untauglich erweist, leben Sie einen Monat auf Basis von Hartz IV. Sie wechseln einfach mit einem Hartz-IV-Empfänger in Ihrer Nähe Unterkunft und leben diesen einen Monat mit der Summe mit der dieser auskommen muss. Und diesem Hartz-VI-Empfänger spendieren Sie für diesen einen Monat einen Urlaub in einer Ferienwohnung oder Pension (mit Vollverpflegung) ganz in der Nähe. Und Sie lassen einen Fernsehsender und eine Tageszeitung Ihrer Wahl, Sie bei diesem “Rollentausch” begleiten.
Mehr im Weselpower's Blog
Den Fernsehsender kann man gern weglassen und die BILD darf er auch nicht wählen, das ist 1. keine Zeitung (sondern ein Zustand) und steckt 2. mit den Unternehmern eh unter einer Decke. Der kann man nicht trauen.