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26. Juli 2010 1 26 /07 /Juli /2010 19:33

Wer hier regelmäßig reinschaut, weiß: Ich verabscheue Sensationsberichterstattung - im TV genauso wie in der Zeitung genauso wie in Blogs  und auf Twitter & Co.

 

Nicht selten bereichern sich verantwortungslose Medien am Leid der Opfer - und geilen die Massen irrelevanten Pseudo-Fakten auf.

 

Gerade eben habe ich beim Zappen auf einem Privatsender erlebt, wie Promis und Halb-Promis zur Katastrophe befragt wurden. Relevanz & Informationswert gleich Null, aber es ist halt biliger, Boulevardmedien-Huren wie Becker und Almsiek das Mikro hinzuhalten, als Hintergründe zu recherchieren und Informationen zusammenzutragen.

 

Angesichts der Toten und Verletzten von Duisburg sind dennoch ein paar weitere Worte notwendig. Denn was in Duisburg passierte, „ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen“ (Konzertveranstalter Marek Lieberberg in der Süddeutschen Zeitung).

 

Hier haben die Profitgier von Unternehmen (vor allem: McFit) und die Geltungssucht machtgeiler Politiker (hier: CDU) Tote gefordert. Gegen alle Warnungen. 2009 lehnte der Polizeichef von Bochum die Loveparade ab, weil er exakt eine solche Katastrophe befürchtete. Auch in Duisburg gab es zahlreiche Warnungen. Der Veranstalter lehnte sogar ein alternatives (sichereres) Zugangskonzept als zu aufwendig (sprich: zu teuer) ab und bekannte sich dazu, "immer 100% Risiko zu gehen".

 

Das muss Konsequenzen haben, falls das Wort Verantwortung nicht zur leeren Hülse verkommen soll.

 

Zu fordern ist der sofortige Rücktritt von:

Detlef von Schmeling (Duisburger Polizeichef und Nachfolger von Cebin, mit Kenntniss der Sicherheitsmängel ohne von seinem Veto-Recht Gebrauch zu machen)

- Wolfgang Rabe (CDU) ( Duisburger Ordnungsdezernen, Verantwortlich für das Sicherheitskonzept) 

- Adolf Sauerland (CDU) (Duisburger Oberbürgermeister und treibende Kraft hinter der bedingungslosen Durchsetzung der Veranstaltung)

- Thomas Mahlberg (CDU),  MdB, weil er die Absetzung einer Polizeipräsidnten betrieben hat, mit dem es zu der Katastrophe nicht gekommen wäre.

- Ingo Wolf (FDP), FDP MItglied im Landtag NRW, weil er die Verantwortung für die Berufung der Polizeipräsidenten trug und einen kompetenten Mann durch einen Bückling ersetzte.

- des „Panikforscher“ Michael Schreckenberg (Uni Duisburg), der am Sicherheitskonzept der Loveparade mitarbeitete und keine Probleme sah.

 

Sowie der Boykott der Fitness-Studio-Kette McFit sowie die Verurteilung ihres Besitzers und Veranstalters der Loveparade, Rainer Schaller, für den die Loveparade ein reines Marketing-Instrument war, das möglichst wenig kosten durfte.

 

Darüber hinaus gab es wohl massiven Druck aus der Landes CDU, die Sicherheitsbedenken zu ignorieren.

 

Weitere erschreckende Hintergründe hier in meinen Haupt-Quellen:

Spiegelfechter: Tod an der Rampe

taz: Augenzeugen-Bericht aus Duisburg: "Die Jugendlichen wurden missbraucht"  

 

Zur Rolle der Medien empfehle ich: BildBlog: Was von der Loveparade übrig blieb

 

Updates:

McFit, der Tod und die LoveParade

Brief an den Innenminister Dr. Ingo Wolf von CDU Thomas Mahlberg MdB

McFit-Boykott? Hilft das denn was?

 

Siehe auch:

11. März 2009: Gedanken zu Winnenden

Zur Verantwortungslosigkeit von profit-orientierten Unternehmen: Corporate Ölpest

 

 

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Published by Direkte Aktion - in Staat & Gesellschaft
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Kommentare

"Bruder Grimm", Bernd K. Digel 07/27/2010 13:54


"Event, Event, ein Lichtlein brennt,

erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

dann steht der Giertod vor der Tür ..."


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