Anstatt die Bürgerinnen und Bürger zu Zuschauern der Demokratie zu degradieren (wie das viele Medien tun), bietet das Blog "DirekteAktion" vielfältige Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, Druck auf die Politiker auszuüben und die Welt in der wir leben zu verbessern. Diese Bemühungen können alle LeserInnen unterstützen, indem sie bei den Aktionen mitmachen und diese aktiv weiterempfehlen. DirekteAktion begreift sich als demokratisch und konstruktiv.
Ich hatte hier ja schon mehrfach insbesondere die brutalen Einsätze von Kindern unter heftigsten Produktionsbedingugen (Zart, aber bitter - Kinderarbeit in der Schokoladenindustrie) angeprangert und (als eine erste Maßnahme) einen Boykott von Nutella gestartet (Zwischenstand übrigens: ca. 15 Gläser nicht gekauft)Doch hinter der Fair-Trade-Offensive der Großkonzerne steckt nicht nur Umweltbewusstsein und Nächstenliebe. Denn während sich der Schokoladenkonsum in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat, kämpfen die Hersteller mit Ernterückgängen und Qualitätsproblemen. Die Konzerne tragen selbst eine Mitschuld an der Misere. Fünf Unternehmen kontrollieren rund 80 Prozent des Kakaohandels. Vor allem in den neunziger Jahren drückten sie die Preise derart, dass es für den Bauern nicht möglich war, in bessere Pflanzen, Pflanzenschutz und neue Geräte zu investieren. In den vergangenen zwölf Monaten führten schwere Regenfälle, Schädlinge und Pilzkrankheiten zur schwächsten Ernte seit 14 Jahren.
Rund 40 Prozent der weltweit gehandelten Kakaoproduktion stammen aus der Elfenbeinküste - doch die Nachwehen des Bürgerkriegs verschärfen das Ernteproblem. Bis 2007 tobten in dem Land die Auseinandersetzung - deshalb blieben Wanderarbeiter aus, Rebellen und korrupte Beamte verlangten hohe Abgaben. Etliche Bauern gaben den Kakaoanbau deshalb ganz auf, die Regierung der Elfenbeinküste ermutigte sie sogar zu diesem Schritt - und Spekulanten machten sich das zunutze: In den vergangenen Monaten trieben sie den Kakaopreis an den Börsen weiter nach oben, derzeit ist er so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr.
Zum Hintergrund:
Zart, aber bitter - Kinderarbeit in der Schokoladenindustrie
Alternative zu Nutella:
"Nutella" ohne Kindersklaverei