Anstatt die Bürgerinnen und Bürger zu Zuschauern der Demokratie zu degradieren (wie das viele Medien tun), bietet das Blog "DirekteAktion" vielfältige Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, Druck auf die Politiker auszuüben und die Welt in der wir leben zu verbessern. Diese Bemühungen können alle LeserInnen unterstützen, indem sie bei den Aktionen mitmachen und diese aktiv weiterempfehlen. DirekteAktion begreift sich als demokratisch und konstruktiv.
Am Sonntag den 28.06 hat in Honduras das Militär gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya geputsch. Der Präsident wurde noch im Schlafanzug außer Landes geschafft.Doch die Bevölkerung des Landes hat sich gegen den Putsch zusammengeschlossen. Gewerkschaften, Landarbeiterorganisationen, Indigenengruppen und Bewohner der Armenviertel wehren sich gegen den Staatsstreich der reichen Oberschicht uind der Militärinteressen.
Obwohl die Putschregierung am Mittwoch mit einem Dekret das Recht auf friedliche Versammlungen und weitere Grundrechte außer Kraft gesetzt hatte, gehen die Proteste weiter. Alleine am Freitag haben die Proteste zwei Opfer und gefordert und 37 Personen wurden verletzt. Außerdem wurden laut dem Vorsitzenden des Komitees zur Verteidigung der Menschenrechte in Honduras, Andrés Pavón, 360 Personen verhaftet.
Vor dem Hintergrund der Proteste im Iran droht dieser Staatsstreich in Vergessenheit zu geraten. Doch das Vorgehen der Militär ist genauso diktatorisch wie das der Iranischen Machhaber und nicht weniger brutal. Deshalb wird es höchste Zeit, die internationae Aufmerksamkeit auch auf Honduras zu lenken. Insbesondere Deutschland darf nicht mit zweierlei Maß messen.
Die Putschisten gehören international isoliert, Deutschland sollte seine diplomatischen Beziehungen abbrechen und nur mit Präsidenten Manuel Zelaya sprechen. Darüber hinaus sollten sofort alle Lieferungen von Militärgütern unterbunden und ein Wirtschaftsboykott verhängt werden.
Honduras ist nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. 71,6 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze (Quelle: taz). Andere Schätzungen gehen von bis zu 80 % aus. Dem steht eine kleine, aber sehr reiche Oberschicht gegenüber, die wenig demokratisch gesinnt ist und ausder sich große Teile der mIlitätrischen Führung rekrutieren.
Ungebrochen ist auch bis heute der Einfluß der US-Konzerne auf die Politik: Drei US-amerikanische Konzerne, die United Fruit Company, die Standard Fruit Company und die Cuyamel Fruit Company, hatten sich um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert mit Hilfe großzügiger Konzessionen riesige Flächen im karibischen Tiefland angeeignet. Sie bauten Straßen, Eisenbahnen und Siedlungen für ihre Arbeiter; sie wurden die größten Arbeitgeber im Land; sie zahlten nur geringe Steuern, obwohl ihre Gewinne viele Jahre den Staatshaushalt überstiegen; sie machten die „Enklave“ zum weltgrößten Exporteur von Bananen; sie korrumpierten die Politiker und versorgten willfährige Diktatoren mit Geld und Waffen.