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20. Juni 2009 6 20 /06 /Juni /2009 21:54
Zeit ein paar Gedanken zu den Protesten im Iran und unseren Einwirkungsmöglichkeiten über euch auszuschütten.

Gerade als jemand, der an sich und andere den Anspruch stellt, aktiv ins Geschehen von Poltik und Wirtschaft einzugreifen, statt seine Ziele, Meinungen und Interessen an Parteien, Führer und Ideologien zu delegieren, ist die Tragödie im Iran (unabhängig von ihrem Ausgang) eine schwere Belastung.

Denn jeder Versuch, auf die internen  Angelegenheiten eine Landes Einfluss zu nehmen, dessen Regierung pauschal den gesamten Westen und die christlich dominierten Staaten als Feinde deklariert, ist  im Zweifel kontaproduktiv und kann dazu verwendet werden, die Opposititon intern zu diskreditieren.

Insbesondere, weil es den Machthabern im Iran ganz allein um den Erhalt ihrer persönlichen Macht geht (und keineswegs um den Islam oder die iranische Nation) werden sie kaum Rücksicht  auf die Meinung des eh verhaßten Auslandes nehmen.

Nun zur guten Nachricht: Derzeit scheint die politische und religiöse Führung des Iran zerstritten zu sein. Denn sonst wären die Proteste längst gewaltsam niedergeschlagen worden. Das kann sich ändern, insbesonderre wenn die Forderungen radikaler werden oder sich die konservativsten Konservativen doch durchsetzen.

Unser Einsatz als Deutsche beginnt erst dann, wenn die Proteste gewaltsam niedergeschlagen werden: Dann müssen die traditionell guten wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran abgebrochen werden. Kein Handel mehr, keine Ölkäufe. Und die Bundesregierung muss international darauf hinwirken, das sich möglichst viele Länder dem anschließen.

Denn nur eine echte Wirtschaftkrise kann dann noch die iranische Diktatur zum Wanken bringen und die Hardlinern die Unterstützung durch die Mittelschicht entziehen.

Das aber gibts nicht kostenlos: es wird bei uns tausende Arbeitsplätze zerstören und den Ölpreis nach oben treiben. 

Sind wir bereit, diesen Preis - für Demokratie & Freiheit im Iran - zu zahlen?

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Kommentare

a.baader 06/22/2009 21:30

Eine Einmischung in die internen Angelegenheiten des Irans steht uns nicht zu. Kein Land der Welt überlässt es Ausländern, interne Angelegenheiten zu regeln. Gerade in Ländern, in denen es islamische Mehrheiten gibt, sollte der "Westen" es tunlichst unterlassen, sich dort einzumischen. Dies bestätigt nur ein Denken, dass wir westliche Imperialisten allen unser System auferlegen wollen. Der amerikanische Prädsident verhält sich meiner Meinung nach genau richtig.
Ein Wahlbetrug liegt zwar nahe und mit Sicherheit wäre eine andere Regierung wünschenswert, aber dennoch kann keiner mit Gewissheit sagen, dass auch wirklich ein Betrug vorliegt. Man sollte versuchen die ganze Sache objektiver zu sehen und dabei vor allem berücksichtigen, dass die Medien die ganze Sache unheimlich aufputschen. Es ist so gut wie unmöglich, sich ein unabhängiges Bild zu machen.

Direkte Aktion 06/23/2009 00:04


Hallo A.

ich bin bereit mich überall einzumischen, wo Menschen unterdrückt und /oder ermordet werden. Da bin ich Internationalist und kenne keine inneren Angelegenheiten.

Aber die Frage ist, was wir konkret tun können. Das ist im Augenblick leider sehr wenig.


engola 06/21/2009 18:41

Sind wir bereit, den Nordamerikanischen Imperialismus zu stoppen und dessen Kriegstreiber und Kriegverbrecher das Handwerk zu legen? Und dafür die oben genannten Nachteile in Kauf zu nehmen?

German Psycho 06/21/2009 18:41

Allerdings wäre langfristig ein Engagement im Iran durchaus vorteilhaft für den Ölpreis. Stellen wir uns mal vor, da käme ein demokratiches, marktwirtschaftliches System hin! Dann könnten wir das Angenehme (Unterstützung junger Demokratie) mit dem Nützlichen (günstigeres Öl) verbinden.

Dunkelangst 06/21/2009 18:29

Ich finde deinen Kommentar echt Klasse.

In nur einem einzigen Punkt muss ich widersprechen:
Es dürfte politisch nicht durchsetzbar sein, kein Öl mehr aus dem Iran zu kaufen. Dies meine ich nicht mit kurzfristiger sondern mit langfristiger Betrachtung.

Der Iran hat nun einmal sehr sehr große Ölrserven und wenn hier in Deutschlan, wie bei der Ölkrise in den 70ern, nichts mehr geht, ja spätestens dann wird dem durchschnittlichen Deutschen die politische Lage im Iran egal sein.

Kurzfristig betrachtet kann man schauen, ob man das Öl aus anderen Ländern beziehen kann.

Direkte Aktion 06/23/2009 00:00


Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wichtiger als das Ergebnis finde ich aber, die Diskussion zu führen, damit der Zusammenhang zwischen Öl / Benzin und Diktatur sichbar wird. Wir können uns nicht
moralisch über die bösen xxx aufregen, aber selbst von ihnen profitieren wollen.

Siehe auch die Ausstattung der Geheimpolizei im Iran durch Siemens & Nokia http://bit.ly/gzwM4


German Psycho 06/21/2009 18:09

Sehr guter Kommentar! Ich glaube auch, daß die meisten Menschen gar nicht bereit sind, den Preis zu zahlen. Natürlich wird auch diese Konsequenz gar nicht gesehen: Wenn Arbeitsplätze verlorengehen, wird man „über die inkompetente Politik” sprechen, ohne zu begreifen, daß es eben die Konsequenz ist, die man ertragen muß, wenn man helfen will.

Da ist es doch viel einfacher, sich einfach ein grünes Bild zu verpassen und (an Sommertagen) vielleicht mal bei einer Demo mitzulaufen.

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