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23. Oktober 2010 6 23 /10 /Oktober /2010 20:06

Eigentlich ist ja die Bahn ein umweltfreundliches & sehr nützliches Verkehrsmittel. Leider hat sie in Deutschland drei zentrale Probleme:

 

1.) In ihr lebt noch in vielen Teilen der Staatsbetrieb "Deutsche Bundesbahn" weiter, was dazu führt, das der Obrigkeitsgedanke vorherrscht, statt einer Kundenorientierung. Das führt dazu, dass Service und Kundenfreundlichkeit noch zu oft eine untergeordnete Rolle spielen (auch wenn das schon viiiiiiel besser geworden ist). Und es führt dazu, das es Schaffner gibt, die Kinder aus dem Zug werfen, weil sie ihre Dauerkarte vergessen haben (und sie allein an einsamen Bahnsteigen zurücklassen).

 

2.) Der Eigentümer der Bahn (die Bundesregierung) verpasst ihr regelmäßig eine Unternehmensführung, die mit aller Macht versucht, aus der Bahn einen Börsen-tauglichen, monopolistischen, internationalen Konzern zu machen, für den nur die Profite zählen und Umweltfreundlichkeit und Service nur Marketing-Instrumente sind.

 

http://www.die-anstifter.de/shop/page0/files/26158752.jpg3.) Stuttgart 21

Problem drei leitet sich aus Problem 2 plus Größenwahn ab.

 

Nun gibt es einige Laute, die rufen wegen Stuttgart 21 zum Boykott der Bahn auf - was ich gut verstehen kann. Andere - wie ich - sehen es (noch) nicht ein, besonders bei längeren Reisestrecken, sich wegen einem solchen Projekt hinter das Steuer eines Autos zu klemmen und auf Entspannung, ein gutes Buch oder ein Bier im Speisewagen zu verzichten.

 

Dennoch habe ich überlegt, wie ich meine Verärgerung gegen die massive Verschwendung von Steuergelder und Bahn-Einnahmen für ein unsinniges Prestige-Projekt zum Ausdruck bringen kann - gegenüber der Bahn und gegenüber den Mitreisenden.

 

Bisher führte das zu folgenden Ideen:

 

1.) Gespräche

Klar, es ergibt sich und bis zu einem gewissen Grad kann man das forcieren. Aber ich will meinen Mitreisenden ja nicht das Ohr abkauen. Hat also Grenzen.

 

2.) Schwarzfahren

Pro: Entzieht der Bahn Profite

Contra: Führt zu Unbequemlichkeit, wenn man nicht erwischt werden will.

Macht daher nur als gezielte Aktion mit vielen Teilnehmern Sinn, nicht für die normale Reise tauglich, aber vielleicht eine neue Protestform

 

3.) Aufkleber

Also ich jünger war, hätte ich ganze Züge innen und außen mit Aufklebern gegen Stuttgart21 verziert

http://www.die-anstifter.de/shop/page0/files/25646368.jpgPro: einfach zu machen, schafft Arbeitsplätze (Beseitigen der Aufkleber)

Contra: Führt zur Ablehnung bei den bürgerlichen Teilen der Zielgruppe

 

4.)Koffer-Aktion unter dem Motto: "Ich hab noch einen Koffer auf der Bahn"

 

a) Mein Reisegepäck kann ich gestalten wie ich will. Insbesondere kann ich darauf meine Ablehnung von Stuttgart21 klar zu Ausdruck bringen. Das sollte durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein und sehen Mitreisende und Bahn-Mitarbeiter.

 

b) Durch die Beschaffung von alten Koffern (Dachboden, Keller, Sperrmüll, Flohmarkt) kann ich Zahl meiner so gestalteten Gepäckstücke erhöhen. Auch Schachteln und Kartons können verwendet werden, entfalten aber deutlich weniger Wirkung.

 

c) Schusselig wie ich bin, kann es natürlich passieren, das ich mal ein Gepäckstück im Zug vergesse. Dann entfaltet es seine Wirkung über meinen Zielort hinaus - bis es als Fundstück von Bahnmitarbeitern an der Endstation des Zuges entfernt wird.

 

d) Da ich das Gepäckstück natürlich anschließend sehr vermisse, werde ich - sobald ich kann - eine Verlustmeldung aufgeben. Dazu sollte das Gepäckstück natürlich einige Stücke aus meinem persönlichen Besitz enthalten, die ich ggf. beschreiben kann (es ist ja möglich, dass viele Leute Koffer mit Anti-Stuttgart21-Aufklebern verlieren).

Geeignet sind dazu Kleidungsstücke (im endgültigen Verlustfall ist es natürlich, besser, wenn diese Kleidungsstücke sonst in die Altkleidersammlung gewandert wären) oder Bücher (auch hier schmerzt der Verlustfall am wenigsten, wenn ich die Bücher bereits gelesen habe - dazu passende Reiselektüre gibts übrigens auch in öffentlichen Bücherschränken bundesweit)

 

e) Im besseren Fall bekomme ich meine Gepäckstück zurück, nachdem sich zahlreiche Bahn-Mitarbeiter damit beschäftigt haben und kann es bei meiner nächsten Bahnreise wieder verwenden. Falls es nicht gleich gefunden wird, sollte ich trotzdem regelmäßig nachfragen (auch das schafft Arbeitsplätze). Sonst könnte der Eindruck entstehen, mein Stuttgart21-Gepäck wäre mir egal.

 

 

Weitere Ideen ? Immer her damit!

 

 

Siehe auch

Blogparade: Wohin mit den Bahn-Milliarden?

Mein Artikel vom Freitag, 1.10.2010

Die Menschen, die von CDU und Bahn mit Gewalt bekämpft werden: http://www.parkschuetzer.de/

Stuttgart: CDU und Bahn hetzen die Polizei auf BürgerInnen & KundInnen

Augenzeugenbericht von Regisseur Volker Lösch zur Polizeigewalt in Stuttgart  

Augenzeugenbericht von Regisseur Volker Lösch zur Polizeigewalt in Stuttgart (Textversion)

Fordern Sie den Rücktritt des Innenministers und einen sofortigen Baustopp!

 

 

 

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Published by Direkte Aktion - in Staat & Gesellschaft
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Kommentare

Dirk 10/24/2010 22:30


Hallo,

ist zwar auf den ersten Blick ne nette Aktion, aber bei einem herrenlosen Koffer in einer Bahn kann es auch passieren, dass den jemand falsches findet und dann gleich Bombenalarm rausposaunt. Und
wenn das Gepäckstück dann auf dich zurückzuführen ist, wirds teuer!
Außerdem will man mit solch einer Aktion dann doch lieber nicht mit dem Widerstand gegen S21 in Verbindung bringen, wäre kontraproduktiv...


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