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29. September 2009 2 29 /09 /September /2009 20:39
Nach der britischen Tageszeitung 'The Telegraph'.  hat die Europäische Union (EU) ein Forschungsprojekt namens "Project Indect" gestartet. Dieses soll ein umfassendes Überwachungssystem für das Internet hervorbringen.



Ziel von Indect (Homepage) sei es, eine Technologie zu entwickeln, die automatisiert das Internet überwacht und "Bedrohungen, unnormales Verhalten und Gewalt" erkennt. Dazu soll sie Informationen von Webseiten, Foren, File-Servern, Peer-to-Peer-Netzen und auch privaten Rechnern analysieren, schreibt das Web-Magazin winfuture.de

Das Forschungsprojekt sei auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt., rund 11 Mio Euro seien von der EU zur Verfügung gestellt worden. Beteiligt sind Forscher an der britischen York University sowie neun weiteren Universitäten in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten.

Auf deutscher Seite arbeiten daran mit die Bergische Universität Wuppertal, die Innotec Data Gmbh & Co KG und eine Firma namens Psi Transcom GmbH, berichtet die Zeit.In Österreich ist die Fachhochschule Technikum Wien beteiligt.

Indect ist die Abkürzung von "Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment". Daher ein Informationssystem zur Unterstützung der Suche, der Entdeckung und der Überwachung von Bürgern in städtischen Umgebungen.

Es geht dabei wohl weniger darum, Informationen aus dem Netz zu filtern, sondern diese vor allem mit anderen Datenbanken zu verknüpfen. Beispielsweise mit Bildern von Videoüberwachungskameras oder mit Daten von Mobiltelefonen. Das Ziel, so scheint es: In irgendeiner Weise auffällig gewordene Menschen in der Realität schnell entdecken und langfristig verfolgen zu können. Wer beispielsweise bei YouTube ein Video gepostet hat, der soll mithilfe von Überwachungskameras gesucht, via Suchmaschine identifiziert und mittels tragbarer Geräte von Polizisten verfolgt werden können.

Eingebettet ist das Projekt in ein Programm der EU, das den Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus voranbringen und zu einer stärkeren Steuerung der Zuwanderung führen soll. Die Etats in diesen Bereichen wurden dafür um rund 13,5 Prozent auf fast eine Milliarde Euro aufgestockt.

Der britische "Telegraph" zitiert den Forscher Stephen Booth mit den Worten: "Das ist nach meiner Meinung alles ziemlich beängstigendes Zeug. Diese Projekte würden eine riesige Invasion der Privatsphäre bedeuten und die Bürger müssen sich fragen, ob die EU wirklich ihre Steuergelder für so etwas ausgeben sollte." Andere Kritiker reden von "Orwellschen Plänen". Dieser Ansicht werden sich wahrscheinlich viele Menschen, die bereits jetztige Überwachungsmethoden mit Besorgnis und Skepsis sehen, anschließen. Werden ihre Warnungen wie so oft von den Verantwortlichen ignoriert werden? fragt gulli.com

"Die Überwachung der gesamten Bevölkerung statt individueller Verdächtiger ist ein ungeheurer Schritt für jede Gesellschaft", erklärte Shami Chakrabarti, Leiterin der Menschenrechtsorganisation Liberty. Das sei auf einer nationalen Ebene bereits sehr gefährlich - auf EU-weitem Niveau sei es hingegen sogar eine erschreckende Vorstellung.


Siehe auch:
Alles Lüge! FDP- beschließt in Bayern, was sie im Bund angeblich ablehnt: Überwachung
Freiheit statt Angst! 12.9.09 in Berlin
Schäuble will den Geheimdienst befreien
Honduras: EU spricht mit gespaltener Zunge

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