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19. Oktober 2009 1 19 /10 /Oktober /2009 18:19
Früher mal eine sympatische Firma, die ihren Kunden gute und praktische Produkte serviert, geht die Fima Jack Wolfskin nun den Weg der geldgierigen Konzerne. Jetzt aber:

Mit Jack Wolfskin vergreift sich wiedermal eine weltweit agierende und sich selbst für integer haltende Marke an den kleinsten und schwächsten Gliedern des Long Tail. Jack Wolfskin, dessen Logo eine Wolfstatze ziert, untersagt allen Anbietern von Pfoten(!)-Designs die Verwendung derselben, denn Jack Wolfskin sieht seine Markenrechte verletzt!
(Ralf Schwartz auf werbeblogger )

Weil die Fima sich den Pfoten-Abdruck eines Wolfes als Logo hat schützen lassen, geht sie nun gegen alle vor, die es wagen auch nur eine ähnlichen Pfotenabdruck in Netz zu verwenden. Und zwar nicht nur andere Firmen, sondern auch Privatpersonen werden mit Abmahnungen in Höhe von 800 Euro belegt. Ich will hier nicht die ganze Geschichte aufrollen, das macht Klaus Eck sehr schön und kurz völlig ausreichend, sondern nur ein paar Aspekte herausgreifen.

 

Natürlich darf niemand versuchen, eigene Produkte so zu vertreiben, indem er den Eindruck erweckt, dass sie von einem Großen Markenartikler hergestellt worden seien.

 

Doch kann hier ehrlich eine Verwechselung aufkommen?

 

Quelle: Ralf Schwartz
Links Jacks Wolfpfote, rechts eine abgemahnte Katzenpfote

Die einzige Ähnlichkeit, die ich als Werbe- und Rechts-Laie feststellen kann, ist das es sich bei beiden um (seh unterscheidlich) stilisierte Darstellungen eine Pfotenabdruckes eines Tieres (der ja an sich keinen Schutzwert hat) handelt. Nun könnte man darauf vertrauen, dass ein kluger Richter dieses auch bemerkt. Es kann aber auch sein, das ein Richter zu dem Ergebniss kommt, das es dumme Leute gibt, die dadurch in die Irre geführt werden und glauben, ein echtes Wolfskin Produkt zu kaufen.

Angesichts solcher Ungewissheit jedoch werden Privatpersonen und kleine Firmen einem Rechtsstreit mit einem gewissenlosen Konzern wie Wolfskin (der Hundertausende an Gerichtskosten erzeugen und damit ruinös enden kann) aus dem Weg gehen, klein beigeben und die gierigen Anwälte mit ein paar hundert Euro Abmahngebühr ruhig stellen. Wolfskin dagegen könnte - selbst wenn sie verlieren - die Kosten aus der Portokasse bezahlen.

Angesichts solcher Unterschiede wird leicht offensichtlich, dass das derzeitige Markenrecht wenig mit Recht und viel mit Geld und Macht zu tun hat.

Hier ist die Politik gefragt. Bisher haben die etablierten Parteien das Thema aber nicht aufgegriffen. CDU & SPD & Grüne hätten die Chance gehabt und haben sie verstreichen lassen. Die FDP steht eh auf der Seite der Konzerne. Vielleicht kommt endlich Leben ins Spiel, wenn die Piratenpartei das Thema zum Inhalt einer Kampagne macht.

Der zweite Punkt ist mir noch wichtiger: Ich war bisher Kunde von Jack Wolfskin. Damit ist es jetzt vorbei. Ich werden das den Herren dort mitteilen. Wer sich dem anschließen will, möge das ebenso tun:

JACK WOLFSKINAUSRÜSTUNG FÜR DRAUSSEN GMBH & Co. KGaA
Jack Wolfskin Kreisel 1
D-65510 Idstein/Ts.

Telefon:     +49-(0)6126 954-0
Telefax:     +49-(0)6126 954-159


Ich war mal eine Pfote - Garantiert Abmah-ungefährdet. Oder?
Quelle:
Posted on October 17, 2009


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Published by Direkte Aktion - in Wirtschaft
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Kommentare

Sunny 10/20/2009 14:29


Unglaublich! MAl sehen, wann sich der erste die Sonne schützen lässt und alle Kleinkinder verklagt, die selbige malen...


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