Anstatt die Bürgerinnen und Bürger zu Zuschauern der Demokratie zu degradieren (wie das viele Medien tun), bietet das Blog "DirekteAktion" vielfältige Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, Druck auf die Politiker auszuüben und die Welt in der wir leben zu verbessern. Diese Bemühungen können alle LeserInnen unterstützen, indem sie bei den Aktionen mitmachen und diese aktiv weiterempfehlen. DirekteAktion begreift sich als demokratisch und konstruktiv.
"Die machen doch eh, was sie wollen..." ist einer beliebstene Sätze in Deutschland, um politische Gleichgültigkeit zu rechtfertigen.
Sogar der einfache Weg ins Wahllokal und ein wohl überlegtes Kreuz, ist vielen Leuten zu mühsam und jede Ausrede kommt da wie gerufen - da kann sie noch so platt sein.
Richtig ist: Natürlich werden die Europawahlen am Sonntag keinen revolutionäre Veränderungen bringen. Denn selbst die vielen Parteien, die dieses Mal antreten sind bereits eine Auswahl und Kompromissse zwischen den rund 80 Mio Meinungen und Interessen, die allein in Deutschland möglich und zu erwarten sind.
Wenn also jemand sagt, er wählt nur die Partei, die zu 100% seine Meinungen und Interessen vertritt und auch noch sympatische Leute hat, der muß tatsächlich enttäuscht sein. So eine Wahl verschiedenen Parteien kann nichts anderes sein, als eine Entscheidung, welche davon mich vielleicht am besten vertritt. Oder: Mit welcher Wahl ich den Regierenden ein Zeichen gebe, welche Themen sie doch in Zukunft stärker berücksichtigen sollen.
Neben der Tatsache, das Wahlen darüber entscheiden, welche Parteien die Regierung bilden dürfen / könnten (was immer einen Unterschied macht - wenn auch nicht so drastisch, wie viele sich das wünschen), entscheiden Wahlen fast immer noch über viele andere Dinge:
- mit wie vielen Abgeordneten und Mitarbeitern eine Fraktion ausgestattet wird, um ihre Politik besser ausarbeiten zu können umd im Land dafür zu werben
- welche Gruppen und Fraktionen innerhalb einzelner Parteien gestärkt & geschwächt werden (bis zum Rücktritt / Rückzug von Spitzenpolitikern)
- wem die Presse Aufmerksamkeit widmet
- wer wieviel Wahlkampfkostenerstattung bekommt (kriegen auch die kleinen Parteien) - das brauchen sie auch, da sie im Gegensatz zu CDU / CSU, FDP und SPD nicht auf Millionenspenden der Großindustrie zählen können.
Wer dagegen nicht zur Wahl geht, erreicht zumindest dieses:
- Er sagt den Gewinnern das Wahl, das sie seinetwegen tun können, was sie wollen
- Er stärkt die Rechtsradikalen, da diese von geringer Wahlbeteiligung besonders profitieren
- Er stärkt den Einfluss der Groß-Industrie auf die Politik
- Er stärkt den Einfluss der BILD auf die Politik
Wollt ihr das wirklich?
Falls nicht, stellt sich natürlich die Frage: Was wählen?
Dabei immer vor Augen halten: Es kann nie perfekt sein. Und auch die Partei eurer Wahl muss vielleicht später Kompromisse eingehen, die ihr schlecht findet. Denn wenn man mit x% (x<50) der Stimmen nicht nur protestieren, sondern trotzdem aktiv mitgestalten will, kommt man nicht darum herum.
http://direkteaktion.over-blog.de/article-31500001.html
Eure Gedanken kann ich euch nicht abnehmen. Damit sich wirklich was ändert, kann man natürlich noch viel mehr tun. Aber wer es nicht mal zur Wahlurne schafft, muss sich wirklich fragen lassen, ob er es ernst meint, oder nur hohle Sprüche klopft.
Noch eine Überlegung: Wenn alle Nichtwähler zur Wahl gehen würden und z.B. die APPD wählen würden, könnten sie das Parteien-System Deutschlands komplett auf den Kopf stellen. Wäre ganz einfach. Dann würden Wahlen wirklich was ändern.
Es liegt also nicht an den Wahlen, sondern an den Wählern, wenn sich nichts ändert.
Meine Traum Wahlergebniss wäre übrigens eine große Koalition - zwischen Grünen und Piratenpartei. Vielleicht helft ihr ja mit, das möglich zu machen. Das würde auch wirklich was ändern...