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28. April 2009 2 28 /04 /April /2009 00:29
Im Kampf gegen Kinderpornografie fehlt der Polizei nach Ansicht des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) noch das notwendige Rüstzeug, so der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen kürzlich auf einer Konferenz in Suhl. "Wir müssen sehen, dass wir an die Täter rankommen."

So seien zum Beispiel verdeckte Ermittlungen im Netz noch mit großen rechtlichen Problemen behaftet. So könnten sich Ermittler zum Beispiel nicht in geschlossene Kinderpornografie-Tauschbörsen einschleusen, ohne sich selbst strafbar zu machen.

Staat und Polizei seien derzeit kaum im Internet präsent, kritisierte Jansen. Neben rechtlichen Befugnissen fehle qualifiziertes Personal, um Tatorte im Internet sichern zu können. "Wir brauchen Computer-Spezialisten und müssen diese auch bezahlen können." In keinem Bundesland gebe es ausreichend Fachkräfte auf diesem Gebiet.

Während die Polizei aber der Entwicklung hinterherhinkt, lenkt die CDU-SPD-Bundesregierung mit Zensur-Maßnahmen von ihrer eigenen jahrelangen Untätigkeit ab.

Quelle: Heise-newsticker

Siehe auch:
CDU Wahltaktik: Agenda-Setting
Thesen zu Kinderpornographie
Pädophiler Priester seit 1985 mit Wissen von Kirche und Staat aktiv



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27. April 2009 1 27 /04 /April /2009 22:50

Nazis tarnen sich jetzt als Linke, bevor sie ausziehen um Sachbeschädigungen zu begehen oder Menschen zusammen zu schlagen:

Sie nenen sich: Autonome Nationalisten (AN) - angelehnt an der längst gescheiterte Konzept der linken Autonomen - und sind eine rasch wachsende gewaltbereite Gruppe, die straff organisiert ist. Wie beim 1. Mai 2008 in Hamburg, als sie an den Krawallen beteiligt waren.

Nachdem es erfolgreich gelungen ist, Skinheads als dumme, alkoholabhängige Gewalttäter zu entlarven, haben einige Nazi-Führer beschlossen, das sie mit einem andern Aussehen mehr Erfolg haben können.

Warum sie sich jedoch an den "Autonomen" orientieren, einer im linken Spektrum angesiedelten Subkultur, die ihren Höhepunkt in den 80er Jahren hatte und heute nur noch in gewissen Großstadt Milieus vegetiert. Denn die Autonomen hatten zwar durch ihr martialisches Aussehen (schwarze Kleidung, Vermummung) bei Jugendlichen eine gewisse Attraktivität erlangt, aber mit ihrem Auftreten deutlich mehr Menschen abgeschreckt.

Wirklich peinlich jedoch ist es für die Nazis, das sie sich gerade an ihren entschiedensten Gegnern orientieren, statt eigenen Ideen zu entwickeln. Es ist nicht das erste Mal, das solche Strategien scheitern: die sogenannte "Neue Rechte" hatte versucht die Bewegung der undogmatischen Linkenzu kopieren und war damit genau gescheitert wie die Zeitschrift "Junge Freiheit", die mühsam versuchte, den Erfolg der taz zu kopieren. Denn letztlich haben die Nazis nicht genug intelligente Köpfe in ihren Reihen, um solche Strategien auch langfristig tragfähig weiterzu entwickeln. Schon nach kürzester Zeit kommt zu tage , was heute einfach nichts mehr taugt: Rassistisches und antisemitisches Geschwätz, begleitet von Frauenfeindlichkeit, sinnlose Gewalt (auch untereinander), Säufertum und anderer  Drogenmißbrauch.

Ungefährlich sind sie deshalb noch lange nicht: Erst vor einigen Tagen verkündete das Bundesinnenministerium von Minister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Rekordhoch bei der politisch motivierten Kriminalität von Rechts. Auch beiden Nazi-Demonstrationen zum 1.Mai ist besonders aus ihren Reihen mit Gewalt zu rechnen.

Geplante Nazi-Aufmärsche am 1. Mai (update)

Deshalb ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen an den Gegendemonstrationen teilnehmen und das die Polizei dazu gedrängt wird, entscheiden gegen die Nazis vorzugehen (Briefe an die lokale Tageszeitung).


Quellen:

Christoph Ruf/Olaf Sundermeyer: "In der NPD - Reisen in die National Befreite Zone"; Beck'sche Reihe, 2009; 229 Seiten; 12,95 Euro (buy offline: support you lokal Buchhändler)

 



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23. April 2009 4 23 /04 /April /2009 23:52
Ungleiche Verteilung: 2008 konzentriert sich Deutsches Privatvermögen fast ausschließlich ganz oben, Unternehmensgewinne explodieren und die Kaufkraft der Angestellten sinkt.

Im Durchschnitt hat jeder ein Vermögen von 80 000 €
Das gesamte deutsche Nettovermögen (Geldwerte und Immobilien abzüglich der Bau und Konsumschulden) betrug 2007 ca. 6,6 Billionen Euro, laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Bei 82 Millionen Deutschen, blieben für jeden etwas mehr als 80 000 €, was zum Leben vollkommen ausreichen würde.

Ein Blick in die Geldbörse bestätigt freilich umgehend, dass das nicht der Fall ist. Schließlich besaßen, Statistiken von 2002 bis 2007 nach, die Reichsten 30% der Deutschen 2002 knapp unter 90% des Nettovermögens. Dem reichsten Zehntel gehören davon 57,9%. Fairerweise hatten die unteren 50% immerhin einen halben Prozent Anteil am gesamten Nettovermögen, das ärmste Zehntel war dabei mit 1,2% verschuldet!

Ungleichheit wächst jedes Jahr
Trotzdem bot die Vermögensverteilung noch Luft nach oben, das wurde reichlich ausgenutzt, sodass sich 2007 91,2% in den Händen der obersten 30% akkumulieren konnten, im Gegenzug verringerte sich der Anteil der ärmeren Hälfte auf Null Prozent. Das reichste Zehntel erhöhte dabei dessen Anteil auf 61,1%.
Das zeigt eine enorme Ungleichheit innerhalb der deutschen Bevölkerung, da macht es doch immer wieder stutzig, wenn propagiert wird, dass die Steuern für die sogenannten „Spitzenverdiener“ viel zu hoch wären – oder auch eine Vermögenssteuer unverhältnismäßig belastend wäre.

Unternehmensgewinne stiegen jedes Jahr um 7 % - Real-Löhne sinken

Die Gewinne der Deutschen Unternehmen innerhalb von sechs Jahren um 44%, das wären 7,3% jährlich.
Die meisten Angestellten und Arbeiter können davon indes nur träumen, deren durchschnittliche Reallöhne nahmen nämlich im gleichen Zeitraum um 28 € von 1349 € auf 1321 € monatlich ab, so der Verteilungsbericht 2007 des DGB.

In der derzeitigen Krise zeichnet sich ab, dass die Gesellschaft die Verluste der Banken und Aktionäre zu tragen haben wird, während die Gewinne bei den Banken und den Aktionären bleiben. Deshalb sollte eigentlich jetzt die Zeit sein auf diese Missstände aufmerksam zu machen und soviel Druck zu erzeugen, dass die Gesellschaft sich gezwungen sehen muss endlich effektiv gegen die Ungerechtigkeit vorzugehen.

Mein Fazit: So unterschiedlich kann Leistung gar nicht verteilt sein wie die Vermögen. Leistung - im Sinne ehrlicher Arbeit - muss sich wieder lohnen. In Deutschland jedoch gewinnen nur die, die schon viel haben. Das muss sich ändern!

Quellen:
FFW@Indymedia
Hans-Böckler-Stiftung

Siehe auch:
Dividenden sprudeln trotz Krise
CDU Wahltaktik: Agenda-Setting
BMW bedient sich aus den Rettungsfonds

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23. April 2009 4 23 /04 /April /2009 22:31
Einen durchaus vielsagenden Streich spielt Facebook hier Claudia Roth (keine Montage! Screenshot vom 23. April 2009, ca.23 Uhr), indem es den Girls Day mit "passender" Werbung kommentieren:


In der Mitte das Wunschdenken, ganz rechts die bittere Realität (Bild klicken zum Vergrößern)

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23. April 2009 4 23 /04 /April /2009 20:54
Leicht-rosa sieht die Yogurette aus und "joghurt-leicht" schmecken soll sie laut Hersteller Ferrero auch. Damit aber nicht genug - es gibt Fitness-Übungen auf der Verpackung, Yoga-Tipps auf der Internetseite und einen Werbespot mit Deutschlands potenziellem "Next Topmodel". Ferrero lässt nichts aus, um Verbrauchern zu suggerieren, Yogurette sei eine irgendwie "leichte" Schokolade.

Foodwatch entlarvt die vermeindliche "leichte" Yogurette:

Yogurette jedoch mehr Fett und Kalorien als zum Beispiel Milka-Vollmilchschokolade. Und ist darum alles andere als „leicht“. Besonders dreist an diesem Etikettenschwindel: Ferrero gibt Verbrauchern nicht einmal die Möglichkeit, direkt beim Einkauf zu überprüfen, wie „leicht“ oder eben gar nicht „leicht“ Yogurette wirklich ist. Denn die wichtigsten Informationen für eine ausgewogene und bewusste Ernährung, die Nährwerte wie Kalorien- oder Fettgehalt, die verheimlicht Ferrero auf der Verpackung!

Zeigen Sie Ferrero die Rote Karte und beschweren Sie sich über diese dreiste Irreführung der Verbraucher!

Hersteller: Ferrero
Produkt: Yogurette
Verbraucherservice:
Telefon: 069 / 665 666 - 0
Fax: 069 / 665 666 - 911
E-Mail: verbraucherservice.deu@ferrero.com

Direkt oder auf der Web-Seite von abgespeist.de.

Bisher haben schon 2592 Bürger bei der Aktion mitgemacht.

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23. April 2009 4 23 /04 /April /2009 19:55

1984 entstand auf einer internationalen Tagung auf den Philippinen die Idee für das Projekt „Golden Rice“. 1999 wurde der Öffentlichkeit ein erster Erfolg vorgestellt. Einem Team war es gelungen, dass sich in Reiskörnern genmanipulierter Pflanzen Carotinoide bildeten. Aus diesem Provitamin A kann im menschlichen Körper das lebenswichtige Vitamin A gebildet werden. Da die Körner durch das Provitamin eine gelbliche Farbe erhielten, wurden sie rasch „Golden Rice“ getauft. Ein Titel des Time Magazin im Jahr 2000 steckte die Erwartungen hoch: "This rice could save a million kids a year". Gemeint war, dass der Reis theoretisch zur Bekämpfung der Vitamin-A-Mangelkrankheit (Vitamin A Deficiency, kurz VAD) eingesetzt werden kann, die in vielen Entwicklungsländern ein Problem ist.


Doch jetzt werden erschreckende Fakten über dieses angeblich humanitäre Projekt bekannt:


Der so genannte "Goldene Reis", durch gentechnische Veränderungen mit Vitamin A angereichert, ist nun offenbar an Kindern in China getestet worden - ohne mögliche Risiken vorher in Fütterungsversuchen an Tieren abzuklären. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


Wie berechtigt die Warnung vor unerwarteten Folgen bei der Übertragung von Genen ist, zeigt eine Untersuchung aus dem Jahr 2005: Bei der Manipulation von Erbsen mit Genen aus der Bohne kam es zunächst zu kleinen Veränderungen am Eiweiß. Diese führten aber dazu, dass die Erbsen lebensbedrohliche Reaktionen des Immunsystems auslösten. Wer sich, wie das Golden-Rice-Team laut Internetseite, selbst "zu den höchsten Sicherheitsstandards bei der Risikobewertung verpflichtet", müsste vor diesem Hintergrund Versuche an Menschen und erst recht an Kindern ohne vorherige Test an Tieren selbstverständlich ablehnen.


Spätestens die unverantwortlichen Tests an Kindern machen deutlich: Das angeblich humanitäre Projekt verletzt ethisch-humanitäre Standards und erscheint umso mehr als eine Kampagne, die gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln insgesamt zum Durchbruch verhelfen soll.


Eine neue Studie (PDF) Studie aus dem Januar 2009 wiederlegt nun auch die vermeindlichen Vorteile "Golden Rice".


Unterstützt wird das kriminelle Projekt von der und der Stiftung von Bill und Melinda Gates. foodwatch hatte im Januar an die beiden Stiftungen geschrieben und sie aufgefordert, ihr Engagement zu überprüfen. Die Antwortschreiben und weitere Infos zu den Tests an Kindern in China finden Sie auf der foodwatch-Internetseite unter:

http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/gentechnik/golden_rice/


Schreiben auch sie die Stiftungen an und bitten sie diese, ihr Engagement für ein so zweifelhaftes Projekt, das auf kriminelle Weise das Vertrauen von Kindern mißbraucht, schnellstens zu beenden:

Konatkt zur Rockefeller Foundation

Kontakt zur Stiftung von Bill und Melinda Gates (Gates Foundation)


Die Durchführer dieser Kinder-Versuche nennen sich "Golden Rice Humanitarian Board".

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22. April 2009 3 22 /04 /April /2009 21:53
Die Zahl armer oder von Armut bedrohter Kinder nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Dagegen gewährt die Bundesregierung wohlhabenden Eltern mit steigendem Einkommen immer mehr finanzielle Entlastungen für die Ausbilderung und Betreuung ihrer Kinder. Das ist ein großes Gerechtigkeitsproblem, denn die Chancen auf ein gutes Aufwachsen sind in Deutschland von Geburt an höchst ungleich verteilt.

Darüber hinaus sprechen aber auch gewichtige ökonomische Argumente dafür, in eine gute materielle Absicherung aller Kinder zu investieren. Denn sonst können Kinder weder voll am sozialen Leben teilhaben noch zukünftig dem Arbeitsmarkt im notwendigen Maß zur Verfügung stehen. Wir dürfen in Deutschland kein einziges Kind zurück lassen!
Widersprüche im gegenwärtigen Sozialsystem
Aktuell werden Kinder je nach Erwerbssituation ihrer Eltern höchst ungleich finanziell gefördert: Kinder von Erwerbslosen bzw. Geringverdienern/-innen beziehen je nach ihrem Alter Sozialgeld in Höhe von 211 bis 281 Euro pro Monat. Kinder von Erwerbstätigen mit unteren und mittleren Einkommen erhalten monatlich zwischen 164 Euro
(für das erste und zweite Kind) und 195 Euro (für das vierte und alle weiteren Kinder) Kindergeld.

Auch für die Kinder von Gut- und Spitzenverdienern/-innen zahlt der Staat noch. Die Eltern profitieren mit steigendem Einkommen von den steuerlichen Kinderfreibeträgen. Diese wirken sich aufgrund des progressiven Steuersystems bei den höchsten Einkommen am stärksten aus. Wer also gut Verdient, den gibt der Staat mehr für seine Kinder.  Aktuell beträgt die maximale Entlastung aufgrund der Freibeträge gut 240 Euro monatlich. Zusätzlich jedoch können gerade Bezieher hoher Einkommen die steuersparende Absetzung ihrer Ausgaben für häusliche Kinderbetreuung und/oder für Privatschulen ausschöpfen.

Diese Ungleichbehandlung von Kindern ist höchst ungerecht. Der Staat muss jedem Kind möglichst gleiche Chancen gewähren - er darf nicht Kindern mit wohlhabenden Eltern noch besonders fördern. Dies muss sich auch in der finanziellen Förderung niederschlagen.

Kindergrundsicherung zur Gleichbehandlung aller Kinder Gemessen an verschiedenen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts hat das kindliche Existenzminimum eine hohe Bedeutung, die über seine steuerliche
Freistellung hinausgeht. Aktuell liegt dieses Existenzminimum bzw. der entsprechende Freistellungsbetrag bei rund 500 Euro monatlich. Er setzt sich aus dem Freibetrag für das sächliche Existenzminimum (322 Euro) und dem Freibetrag für die Betreuung und Erziehung bzw. Ausbildung (180 Euro) zusammen. Es kann aber
nicht sein, dass dieses Existenzminimum faktisch nur für diejenigen Kinder Bedeutung hat, deren Eltern Steuern zahlen können - und davon mit steigendem Einkommen sogar höheren Nutzen ziehen.

Ein breites Bündniss (AWO, proFamilia, .... siehe unten) will das jetzt ändern. Sie fordern einen Grundsicherung für alle Kinder:

Unser Vorschlag lautet, künftig alle Kinder mit einer Kindergrundsicherung in Höhe von 500 Euro monatlich abzusichern. Damit wird der grundlegende Bedarf, den Kinder für ihr Aufwachsen benötigen und den das Bundesverfassungsgericht festgehalten hat, aus öffentlichen Mitteln gedeckt.

Dafür haben sie eine eigene Wbeseite eingerichtet: http://www.kinderarmut-hat-folgen.de/

Das Ziel ist definitiv unterstützenswert, doch zeigt das Bündnis ein peinlich schlechtes Verständnis der neuen Medien. Auf der Seite ist gerade mal ein riesiges Bild und zwei Pressemitteilungen im PDF -Format abgelegt. Keine Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, kein Hinweiss, wie die Initiative unterstützt werden kann. Nicht mal für ein Impressum hat es gereicht. Ich fürchte, die Agentur hat sogar die Hintergrund-Farbe extra abgerechnet.

Zur Initiative gehören:

- Arbeiterwohlfahrt
- Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler
- Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
- Deutscher Kinderschutzbund
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- Pro Familia
- Verband berufstätiger Mütter
- Zukunftsforum Familie
- Prof. Dr. Hans Bertram Humboldt- Universität zu Berlin
- Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster Evangelische Fachhochschule RWL
- Prof. Dr. Heiner Keupp Ludwig-Maximilians Universität München
- Prof. Dr. Ronald Lutz Fachhochschule Erfurt
- Prof. Dr. Stefan Sell Fachhochschule Koblenz
- Prof. Dr. Margherita Zander Fachhochschule Münster




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22. April 2009 3 22 /04 /April /2009 19:21
Mediaspree ist eines der größten Investorenprojekte in Berlin. Es strebt die Ansiedlung von Kommunikations- und Medienunternehmen entlang eines Teils des Spreeufers und eine diesem Bereich entsprechende Umstrukturierung an. Auf größtenteils bislang un- oder zwischengenutzten Grundstücken sollen Bürogebäude, Lofts, Hotels und andere Neubauten entstehen.


Die Initiative "Media-Spree versenken!" hat die Entwicklung der Spreeufer und die Folgen für die benachbarten Kieze auf die Tagesordnung gebracht. Anfangs hauptsächlich von der linken Szene ausgehend, beschäftigt der Kampf gegen die Bebauung der Spreeufer inzwischen, nicht zuletzt durch den BürgerInnenentscheid "Spreeufer für alle", viele verschiedene AkteurInnen. In vielfältigen Aktionen gegen steigende Mieten und Gentrifizierung auf der einen Seite und Verhandlungen mit dem Bezirk im Sonderausschuss auf der anderen Seite, wurde und wird versucht das Thema "Media-Spree" anzugehen.

Die Initiative lädt ein zur Veranstaltung:
MediaSpree versenken - was war? was ist? was tun! //
Donnerstag, 23.04.09, 19 Uhr Kato (U Schlesisches Tor), Berlin
Hintergrund:

Das Mediaspree-Projekt ist umfangreicher Kritik ausgesetzt. Befürchtet wird u.a. die Vertreibung langjähriger Anwohner durch höhere Unterhaltskosten, die sich aufgrund der gezielten Gentrifizierung der umliegenden Wohngebiete ergibt. Der in dem Zusammenhang für den Preisanstieg und kulturellen Wandel synonym verwendete Begriff der "Aufwertung" wird dabei als rhetorische Fehlinformation betrachtet.

 

Ebenso in der Kritik stehen die Privatisierung des öffentlichen Raums und der "Stadtumbau von oben", bei dem die Interessen und Befürchtungen der Anlieger nicht berücksichtigt würden. Es wird von einer "teilprivatisierten Stadtpolitik" gesprochen, da sich die Standortgemeinschaft Mediaspree vor allem als Ansprechpartner für Projekte und Investoren versteht und kaum Interesse für die Meinung der Anwohner zeige, während die für Mediaspree notwendige Infrastruktur an Straßen, Brücken und Beleuchtung aus der öffentlichen Hand finanziert werde. Dabei wird u. a. auf die Subventionen in Millionenhöhe hingewiesen, mit denen zugezogene Unternehmen, wie z.B. MTV und Universal Music, vom Berliner Senat unterstützt wurden. 

 

Weitere Informationen: Die Spreepirat_innen

 

 

Zudem wird es als unlogisch empfunden, dass der Senat den Bau der O2 World begrüßte und finanziell unterstützte, obwohl in Berlin kein Mangel an Veranstaltungshallen bestand. Nachdem der Basketballverein Alba Berlin seine Heimspiele in die O2 World verlegte, muss die mangelnde Auslastung seiner ehemaligen Heimspielstätte, der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg, nun wiederum durch öffentliche Subventionen ausgeglichen werden.

 

Die Umgestaltung wildwachsender Spreeuferabschnitte wird ebenfalls kritisiert. Bemängelt werden die fortan wenigen und engen, öffentlich zugänglichen Uferbereiche, die meist videoüberwacht seien. Die Befürchtungen einer von Werbetafeln geprägten Parkanlage an der East Side Gallery haben sich in den Augen der Kritiker bewahrheitet. Nicht nachvollzogen werden konnte von ihnen, dass für die Großbildleinwände der O2 World und eine dazugehörige Anlegestelle für Ausflugsboote und Wassertaxis trotz Denkmalschutzes ein 45 Meter langer Abschnitt der East Side Gallery entfernt wurde.

 

Subkulturen beklagen die Vertreibung zahlreicher alternativer Kulturpojekte wie dem Schwarzen Kanal, der Köpi, dem YAAM oder vieler bereits abgerissener Einrichtungen wie dem Ostgut, dem Casino oder dem RazzleDazzle zugunsten großer, kommerzieller Veranstaltungseinrichtungen und Unternehmen. Diese Entwicklung geht aus ihrer Sicht auf Kosten der kulturellen Vielfalt.



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22. April 2009 3 22 /04 /April /2009 17:24
Es begann als Provinz-Posse, doch es wurde zu einem handfesten Skandal.Media Markt

Die männlichen Mitarbeiter des Media Marktes (Motto: "Ich bin doch blöd")  in Wolfsburg erhielten letztes Jahr ein vom 15. Oktober 2008 datiertes Schreiben ihrer Geschäftsführung. Leider, heißt es da, habe man wiederholt feststellen müssen, "dass es einen Mitarbeiter in unseren Reihen gibt, dem es Spaß zu machen scheint, seine Popel an die Toilettentüren der Herrentoilette zu schmieren". Für die anderen Angestellten sei das eine Zumutung. Auch von der Reinigungsfirma könne man nicht verlangen, den Dreck zu entfernen.

Die Geschäftsführer kündigten einen DNS-Test an, den "die exzellenten Verbindungen der Geschäftsleitung zu unserem Klinikum" möglich mache. Die Kosten von rund 2000 Euro seien sie bereit zu investieren, "um diesen Drecksack zu überführen". Später drohten die Geschäftsführer dem "Dreckschwein" noch: "Wir werden Sie fristlos entlassen!"

Das ein solches Schreiben an die Presse gelangt (auch ohne wikileaks.org) ist eigentlich unvermeidlich. Und so machte die Braunschweiger Zeitung den Toilettenschmutz im Wolfsburger Media Markt zum Lokal-Aufmacher und zur Nachricht im überregionalen Teil. Allerdings schrieb die Zeitung nur von "einem Einzelhandelsgeschäft" und nannte den Namen des Unternehmens nicht.

Doch schon während der Recherche habe einer der Geschäftsführer des Media Marktes mit der Kündigung von Anzeigen gedroht. Die Redaktion hatte dieses - gemäß ihres Grundsatzes der Trennung von Redktion und Anzeigen-Geschäft - ignoriert. Doch der Media Markt machte ernst und schaltete fortan keine Anzeigen mehr.

Ein klarer Fall: Hier versuchte sich ein Gott-gleich fühlender Geschäftsführer, die Lokalpresse gefügig zu machen. Inzwischen hat die öffentliche Aufregung dafür gesorgt, dass die Braunschweiger Zeitung nicht mehr boykottiert wird. Doch die Media Markt Zentrale bestreitet, dass es einen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung und dem zeitweiligen Anzeigenentzug gab. Von einer Entschuldigung werden diesem dreisten Zensur-Versuch ganz abgesehen.

Der Media Markt ist mit Geschäften in 195 deutschen Städten und einem Jahresumsatz von zuletzt 5,6 Milliarden Euro Marktführer im Elektrofachbereich. Die Geschäfte laufen mit denen der Saturn-Kette zusammen unter dem Dach der Media-Saturn-Holding, die wiederum zur Metro Group gehört, einem der weltgrößten Handelsunternehmen. Die Geschäftsführer eines Marktes sind jedoch Miteigentümer ihrer Häuser. Nach Angaben von Metro sind sie mitverantwortlich fürs Sortiment, den Vertrieb - und die Werbung.

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21. April 2009 2 21 /04 /April /2009 22:05

Im Bistum Würzburg schickte ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Pfarrer seinen Opfern Detektive ins Haus, wie Spiegel online jetzt aufdeckt. Der Fall offenbart das jahrelange Versagen der katholischen Kirche. Denn die katholische Kirche hat den pädophilen Priester nicht nur Jahrelang gedeckt und weiterbeschäftigt, sondern ihn auch immer wieder so eingesetzt, das er seine Neigungen unter Ausnutzung seiner Stellung nachgehen konnte.


Die Detektive, die im Auftrag des katholischen Geistlichen Spiegel.de in der bayerischen Provinz unterwegs sind, "besuchen" Jugendliche, deren Aussagen dem Pfarrer eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern eingetragen hatte. Sie wollen die Opfer dazu bringen, ihre alten Angaben widerrufen, damit der Kirchenmann eine Neuaufnahme seines Falls betreiben kann.

Diese Dreistigkeit wirft auch ein Schlaglicht auf eine Kultur des Wegschauens, die bis heute die katholische Kirche an einer konsequenten Aufarbeitung des Kindesmissbrauchs in ihren Reihen hindert - und nicht wenige Pädophile offenbar ermuntert, ihre Neigungen weiter unter dem Dach der Kirche auszuleben. Hier diw Chronik des fortgesetzten Skandals:

- 1985 fiel Weiß im Bistum Würzburg auf, nachdem er im fränkischen Miltenberg mehrere Kinder geküsst und ihnen in die Hose gefasst hatte. Es kam zu einer ersten Verurteilung, dann zur Zahlung einer Geldbuße von 8000 Mark gegen Einstellung des Verfahrens.

 

- Kurz darauf wurde Weiß (mit Hilfe des damaligen Limburger Generalvikars Raban Tilmann) wieder Seelsorger. Nur wenige Jahre später musste Pfarrer Weiß auch seine neue Gemeinde in Ransbach-Baumbach im Bistum Limburg verlassen, nachdem Messdiener erneut von sexuellen Übergriffen berichtet hatten. Generalvikar Tilmann verzichtete jedoch auf ein Disziplinarverfahren.

 

- Als Seelsorger in ein Frankfurter Krankenhaus blieb er tätig, trotz der Vorwürfe, dass er bei Krankenbesuchen Kinder unsittlich berührt haben soll. 1992 übergab Limburg den Seelsorger ins Bistum Bamberg - mit angeblich guten Referenzen.

 


- 1998 vergriff sich Weiß als Pfarrer in Ebersdorf bei Coburg und an St. Marien in Sonnefeld erneut an Kindern.

Wieder kam es zur Anklage. Gesamtfreiheitsstrafe: zwei Jahre auf Bewährung.

 

- Obwohl das Bistum Würzburg vor Gericht zusichern musste, den Pfarrer niemals mehr mit Kindern in Berührung kommen zu lassen, hatte er noch in jüngster Zeit in Gottesdiensten gepredigt und die Messe zelebriert - auch an der Seite von Ministranten.

Trotz Anzeigen, Elternprotesten und Verurteilungen wurde Weiß jeweils nur stillschweigend von einem Ort zum anderen versetzt. Dieses langjährige Entgegenkommen der Kirche bestärkte ihn im Glauben, unschuldig zu sein. Erst kürzlich wurde der Pfarrer im Ruhestand wurde auch als Priester suspendiert, seine Bezüge wurden um 20 Prozent gekürzt. Eine immer noch halbherzige Reaktion, wie die Opfer finden, denn sein Priesterstatus blieb weiterhin bestehen.

Doch neben der Kirche hat hier auch der Staat mehr als versagt - er hat sich schuldig gemacht.. Denn der gleiche Staat, der Härte gegen Pädophile vortäuscht, indem er Internet Seiten sperrt, läßt gleichzeitig überführte Täter, die  bei Kindern und Jugendlichen unermeßlichen seelischen Schaden angerichtet haben - mit Geldbußen und Bewährungsstrafen davon kommen.

Quelle: Spiegel online

Der Fall ist kein Einzelfall: Sehr ähnlich geschützt und protegiert war der Priester Peter K. unter der Obhut des Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Den Opfern wurde damals vom Bishoftum Regensburg sogar Geld geboten, damit sie den Fall totschweigen.

Verwandte Themen:
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Thesen zu Kinderpornographie




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