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3. Januar 2010 7 03 /01 /Januar /2010 19:23
kaessmannUngeliebte Wahrheiten bringen die Menschen am meisten auf. Dass musste Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, jetzt erleben.

Eines der 10 Gebote lautet:

Du sollst nicht töten.

 

Frau Käßmann hatte sich kürzlich zum Afghanistan-Krieg geäußert und war zu folgender Erkenntniss gekommen:

 

"Es ist nicht überraschend, dass im Krieg Zivilisten getötet werden. Wir müssen offen mit der Wahrheit umgehen. Die lautet: Das ist Krieg, und unsere Soldaten töten auch Zivilisten."

 

Dafür hat sie nun reichlich Kritik eingesteckt und diese kommt vor allem (aber nicht nur) aus einer Partei, die sich "christlich" nennt.

 

Allen vorweg wift sich Wolfgang "Stasi 2.0" Schäuble in die Bresche für das organisierte Töten und beruft sich auf einen Auftrag der Vereinten Nationen, der für ihn wohl über den Geboten der Bibel steht. Ähnlich äußerten sich andere führende Politiker von Union, darunter Polenz und Mißfelder. 

 

Siehe FAZ, Welt

 

Nun, ich bin kein Christ und auch mit absoluter Gewaltlosigkeit und radikalem Pazifismus tue ich mich zugegebenermaßen schwer. 

 

Aber die Vorsitzende einer Kirche für eine Aussage zu kritisieren, die vollständig ihrem Handbuch of Operations entspricht, ist schon sehr absurd. 

 

In der Bibel steht ganz klar, wie Christen sich zu verhalten haben. Da steht keine Ausnahme wie: "Aber Moslems darfst du töten" oder "Ausnahmen regelt der deutsche Bundestag / die Vereinten Nationen" oder "Du darfst nur Soldaten töten, aber keine Zivilisten".

 

Auch wenn die meisten CDU Mitglieder katholisch sind: Auch für sie gilt dieses Gebot ohne Einschränkung, wenn sie denn ihre Religion ernst nehmen.

 

Mit dem Spruch "Soldaten sind Mörder" hatte einst Kurt Tucholsky auf die Pervertierung des christlichen Gedankens durch die Armee higewiesen und wurde - weil die Reichswehr soviel Wahrheit nicht ertrug - vor Gericht gezerrt. Nun würde es zu weit gehen, die deutschen Soldaten in Afghanistan als Mörder zu bezeichnen. Aber sie töten und das läßt sich mit den 10 Geboten halt nicht vereinbaren.

 

 

Siehe auch:

Wie sich das Land Hessen dem Druck religöser Fundamentalisten beugt

ZDF Boykott
Weiterer CDU-Sender droht
Beim CDF sitzen die Zuschauer in der letzten Reihe

Georg Schramm: Koch und Kellner
Pädophiler Priester seit 1985 mit Wissen von Kirche und Staat aktiv
Kreuzritter der Dummheit

 

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Published by Direkte Aktion - in CDU
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Kommentare

Nero 01/03/2010 20:29


Naja, zunächst mal heißt das Gebot in nicht wenigen Übersetzungen der Bibel "Du sollst nicht morden" und aus dem Kontext betrachtet, das im selben Buch die Todesstrafe für Menschen gefordert wird
die am Sabbath arbeiten, scheint die Übersetzung mit "morden" widerspruchsfreier.

Und nebenbei bin ich auch sehr glücklich darüber, das viele Christen sich eben nicht so genau dran halten, sei es nun das Alte oder das Neue Testament.


Direkte Aktion 01/03/2010 22:40


Was meinst du mit "im selben Buch"? Welches Evngelium?

Allerdings gab es "morden" in der heutigen strafrechtlichen Definition auch nicht und da in der Bergpredigt empfohlen wird, auch die andere Wange hinzuhalten (statt zurückzuschlagen), kann von
einer radikal-pazifistischen Ausrichtung des Neuen Testamentes ausgegangen werden.

Aber das geht am Kern meines Argumentes vorbei: Kaum die Kirche mal was vernüftiges, ist der CDU die christliche Botschaft egal.



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