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17. September 2009 4 17 /09 /September /2009 07:10
Stellen sie sich vor, sie rufen hier -
und niemand antwortet
Geht es bei Überwachung darum, Terror zu verhindern? Menschen zu helfen?

NEIN, wie jetzt eine Nachricht aus München beweist: Nachdem 50-jähriger Geschäftsmann in München zu Tode geprügelt und getreten wurde, stellt sich heraus, dass die Notruf-Anlage, von der aus Zeugen eigentlich die Polizei hätten rufen können, nicht funktionierte. Und zwar nicht, weil sie kaputt war. Nein, sie war aufgebaut, aber nie in Betrieb genommen worden.

Und nicht nur diese Anlage. Insgesamt 20 Notrufanlagen im Münchener Stadtgebiet sind bis heute nichts als Attrappen. Vor ihnen kann man sogar verhungern, bevor jemand kommt und einem hilft. Egal ob Gewalt- oder Herzinfarkt-Opfer - bei beiden können wertvolle Minuten vergehen, bevor jemand merkt, dass von diesen Geräten niemand einen Notruf absetzen kann. Minuten die ein Leben kosten können -und vielleicht jetzt auich eines gekostet haben.

Die Inbetriebnahme war an Kompetenzstreitigkeiten zwischen der Bahn und der Bayerische Oberlandbahn (BOB) gescheitert. Die Bahn beschuldigte die BOB gar, die Notrufsäulen "illegal" errichtet zu haben. Hat sich hier Beamten-Rechthaberei ein Todesopfer gefordert? Oder nur Börsengangs-Sparsamkeit?

BOB-Chef Heino Seeger jedoch stellt sich nicht besser dar: Für ihn ist ausreichender Grund für die Nicht-Inbetreibnahme, dass die Bahn sich in Vertragsverhandlungen so "unfreundlich" gezeigt habe. Schlimm der Kerl.

Natürlich haben C-Politiker sofort und ohne sich näher über die Umstände zu informieren, nach mehr Überwachungskameras und harten Strafen für die Täter geschriehen. Darunter auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel.  Dabei ist gerade dieser Fall besonders gut geeignet, den Unsinn von Überwachung und drakonischen Strafen aufzuzeigen: Denn in keinem anderen Bundesland wird so intensiv überwacht und so hart bestraft wie in Bayern. Und trotzdem passieren gerade dort die schlimmsten und aufsehenserregensten Gewaltverbrechen.

In der Vergangenheit hat es mehrfach brutalste Übergriffe in der Münchner U-Bahn gegeben. Vor allem die Attacke auf einen Rentner, der im Jahr 2007 wegen seines Hinweises auf das Rauchverbot in der U-Bahn lebensgefährlich verletzt worden war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt - und Roland Koch (CDU) zu einer durchsichtigen Hetzkampange motiviert.  Ein weiteres Besispiel: Im vergangenen Dezember haben sechs Jugendliche einen 24-jährigen und seinen drei Jahre jüngeren Bruder brutal niedergeschlagen und schwer verletzt.

Aber Hauptsache, die Überwachungskameras funktionieren, damit man hinterher das geile Videos schauen kann / an die Prese verkaufen.

Auch das Beispiel USA belegt das: In kaum einem zivilisierten Land werden Verbrecher so hart bestraft wie in dern USA. Und trotzdem ist es das Land mit der höchsten Kriminalität und den brutalsten Verbrechen.


Siehe auch:
Der Staat schafft sich seine Gegner selbst
Grundlose Polizeigewalt bei "Freiheit statt Angst"
Junge Piraten rufen zur Mahnwache gegen unverhältnismäßige Polizeigewalt auf
Dr. Motte & der Wahlkampf der Piraten
Pädophile straffrei - CDU & SPD treiben Staatsanwalt zur Aufgabe
Flugblatt gegen die FDP-Unterstüzung des Putsches in Honduras

Das Foto oben wurde released it into the public domain. This applies worldwide.

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