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16. August 2009 7 16 /08 /August /2009 09:42
Der Sozialverband Deutschland fordert für NiedrigverdienerInnen eine neue Mindestsicherung bei der Rente. Die gesetzliche Rente soll gestaffelt mit der Grundsicherung verrechnet werden, berichtet die taz

SoVD-Präsident Adolf Bauer und SoVD-Experte Klaus Michaelis haben bei einer Pressekonferenz in Berlin ein Konzept für eine Mindestsicherung vorgelegt, das Altersarmut wirksam bekämpft. Das Konzept ist ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut für Niedriglohnbeschäftigte, Langzeitarbeitslose und Erwerbsminderungsrentner. Das SoVD-Konzept verbindet eine Mindestsicherung in der Rentenversicherung mit einem Freibetrag für die gesetzliche Rente in der Grundsicherung. Damit wird auch sichergestellt, dass Rentnerinnen und Rentner, die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, ein Alterseinkommen über dem Grundsicherungsniveau erhalten.

Adolf Bauer sagte vor der Presse:

Zunächst möchte ich verdeutlichen, warum die drei oben genannten Risikogruppen besonders von Altersarmut betroffen sind und warum dringender Handlungsbedarf besteht. Die Zeichen dafür, dass Altersarmut in Zukunft wieder ansteigen wird, sind nicht zu übersehen. So ist 2007 die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter um 5,9 Prozent gestiegen. Auch die sinkenden durchschnittlichen Rentenzahlbeträge von Neurentnern zeigen, dass sich die Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit bereits bemerkbar machen.


Trotz dieser Alarmzeichen hat die Große Koalition das Problem in sträflicher Weise ignoriert und ausgeblendet. Die künftige Bundesregierung muss dieses Thema zügig anpacken - mit dem SoVD-Konzept für eine Mindestsicherung in der Rente unterbreiten wir hierzu einen Lösungsvorschlag.


Das Konzept sieht vor, dass eine kleine gesetzliche Rente nicht mehr wie bisher vollständig mit einem möglichen Anspruch auf eine Grundsicherung im Alter verrechnet wird, sondern nur noch gestaffelt. Damit würden KleinrentnerInnen, die Beiträge eingezahlt haben, am Ende bis zu 175 Euro mehr an Einkommen haben als reine Empfänger der Grundsicherung im Alter, die nie Beiträge in die Rente entrichteten.

Der Vorschlag sei brisant vor dem Hintergrund der Hochrechnung des SoVD, dass künftig ein Durchschnittsverdiener rund 30 Jahre lang Rente eingezahlt haben muss, um dann nur auf ein Alterseinkommen in Höhe der heutigen Kaufkraft von 625 Euro zu kommen. Selbst wenn ein Mindeststundenlohn von brutto 7,50 Euro in Deutschland eingeführt würde, bräuchte ein Beschäftigter künftig 48 Jahre, um mit seiner gesetzlichen Rente nur das Niveau dieser Grundsicherung zu erreichen, rechnete Klaus Michaelis vom SoVD-Bundesvorstand vor.

Zum Thema:
Der Deutschlandfunk zum Thema
SvD Wahlprüfsteine (PDF) zur Bundestagswahl am 27.9.2009

Siehe auch:
Wie wir Steuerzahler die Dividenden der Allianz-Versicherung bezahlen
Wählerinitiative für eine große Koalition zwischen Grünen und Piraten
Nichtwählen ist auch keine Lösung


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Published by Direkte Aktion - in Wirtschaft
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Kommentare

Sammelmappe 08/23/2009 09:51

Die Altersarmut wird Ausmaße annehmen, die wir uns im Moment noch gar nicht ausmalen können. Mir ist ein Rätsel, warum immer noch so viele Menschen glauben, man könne sie mit privater Vorsorge in den Griff bekommen. Seit wann ist ein Einzelner stärker als eine Solidargemeinschaft?

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