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29. April 2009 3 29 /04 /April /2009 16:57
Die deutsche Bahn war im Dritten Reich nicht einfach nur ein Transportmittel. Sie spielte bei der Deportation von Miilionen Juden und anderer Verfolgter in Konzentrationslager eine entscheidende Rolle. Ohne die aktive Mitwirkung tausender Bahnmitarbeiter und der Unternehmensführung hätten die Nazis niemals Millionen Menschen in so kurzer Zeit in den Tod schicken können.

Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die "Deutsche Reichsbahn" über 1 Million Kinder und Jugendliche aus allen Ecken Deutschlands und Europas -wie Vieh in Güterwagons gesperrt.

 

Fast sämtliche deutschen Bahngleise waren in das Deportationsgeschehen einbezogen. Auch die Bahnen in den okkupierten Staaten wurden den Besatzern unterstellt. Die europaweite Logistik der Verschleppung und Vernichtung hätte ohne die Dienste der "Reichsbahn" und der ihr angeschlossenen Unternehmen nicht funktionieren können. Über Tausende Kilometer wurden Deportationszüge in die Lager geschleust. Auch unter Kriegsbedingungen setzten die NS-Behörden die Transporte fort – aus Frankreich im Westen bis zur Sowjetunion im Osten. Selbst über die Ostsee (Norwegen) und das Mittelmeer (Rhodos) wurden Kinder und Jugendliche in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt.

 

Die Durchgangsstrecken dieser Transporte kreuzten große deutsche und österreichische Städte: Berlin, Wien, Hamburg, Köln, Frankfurt a.M. oder Dresden.

 

Auf den Bahnhöfen schienen sich die Wartenden an den Anblick der Todeszüge gewöhnt zu haben. Wie Fotodokumente aus mehreren Städten beweisen, fanden die Deportationen oft am helllichten Tag und auf den Nachbargleisen des alltäglichen Zugverkehrs statt. Aus dem Ruhrgebiet ist bekannt, dass einzelne Waggons an übliche Reisezüge gekoppelt wurden, um die deportierten Menschen zu Knotenpunkten des Bahnverkehrs zu bringen und dort mit anderen Verschleppten zusammenzuführen.

 

Die Ausstellung "Zug der Erinnnerung" soll daran und an die Opfer erinnern. Das besondere: Die Ausstellung ist in einem Zug untergebracht und fährt einen Teil der betroffenen Strecken ab. Zu sehen ist sie auf Bahnhöfen. Leider mußte die Ausstellung erst juristisch gegen den entschiedenen Wiederstand der Deutschen Bahn durchgesetzt werden.

 

Derzeit ist sie noch bis zum 3. Mai in München zu sehen (München Hauptbahnhof ● Gleis 35 ● tägl. 8:30 – 19:00 Uhr)

 

Leider behindert die Deutsch Bahn die Ausstellung und ihre Besucher nach Kräften. Und zwar nicht nur passiv, sondern aktiv. Mehr dazu in Kürze hier oder schon jetzt  auf der Internet-Seite der Ausstellung .

 

Der weitere Fahrplan:

Regensburg: 4. Mai bis 6. Mai Flyer Regensburg | Programm Regensburg | Anmeldung von Gruppen per Tel.: (0941)507 14 02
Nürnberg: 7. Mai bis 9. Mai | Eröffnung am 7. Mai um 8.30 Uhr
Hersbruck: 10. Mai
Fürth: 11. Mai bis 12. Mai
Erlangen: 13. Mai
Würzburg: 14. Mai bis 16. Mai
Aschaffenburg: 18. Mai bis 20. Mai Flyer Aschaffenburg
Offenbach: 21. Mai bis 23. Mai
Wiesbaden: 24. Mai bis 27. Mai

 

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Published by Direkte Aktion - in Nazi-Aktivitäten
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Kommentare

Wachstuch Micha 01/25/2011 10:50


In Dessau hatte der Zug auch halt gemacht und es ist schon erschreckend was damals passiert ist. Die Ausstellung hat das Ganze gut widergespiegelt.


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