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11. März 2009 3 11 /03 /März /2009 11:11
Wenn Firmen ihre Mitarbeiter loswerden wollen, beginnt für Helmut Naujoks lukratives Geschäft: Sein Duisburger Strategie- und Beratungsunternehmen weist Arbeitgeber an, wie sie “Unkündbare kündigen können”. Dazu gehören Schwangere oder Betriebsräte. “Bei der richtigen Strategie kann selbst ein 15-köpfiger Betriebsrat gekündigt werden”, brüstet sich Naujoks. Er bringt Managern bei, wie sie Betriebsräte sprengen oder jahrzehntelang Beschäftigte loswerden können. (FR-Online)

Er distanziert sich offiziel vom Mobbing, wendet aber ähnliche Nervenkrieg-Methoden an, wie sie bei der Telekom Östereich geplant waren und zum Rücktritt des Personalvorstandes führten.

Die FR berichtet wie zum Beispiel Werner Koleczko, 52-jähriger Betriebsratsvorsitzende einer baden-württembergischen Firma mit einer Flut von Abmahnungen überzogen wurde, etwa wenn er die Mittagspause um drei Minuten überzog.  Mit einem Anwalt hat er es geschafft, die Kündigungen abzuwehren. Aber andere Betriebsräte waren so mürbe, dass sie gegen kleine Abfindungen gingen und durch eine arbeitgeberfreundliche Gruppe ersetzt wurde.

Naujoks System hat sich deutschlandweit einen Namen gemacht. Anwaltskollegen wollen nicht mit dem Juristen in einem Atemzug genannt werden. Verdi bezeichnet den hochgewachsenen Juristen als "brutalen Betriebsratskiller, dem jedes Mittel recht ist".

Die Süddeutsche Zeitung berichtet sogar von Schadensersatzforderungen und anonymen Anrufen, die die Opfer von Naujoks erhielten.

Christina Frank von der Gewerkschaft Verdi in Stuttgart vernetzt gerade deutschlandweit die Geschädigten von Naujoks. Außerdem helfen die Gewerkschaften ihren Mitgliedern, sich zu wapnen. Mittlerweile mehren sich deutschlandweit Schulungsinstitute für gewählten Betreibsräte. Die FR urteilt: Der Arbeitskampf wird zunehmend zu einem juristischen Kräftemessen.

In seinem Buch "Die Kündigung von Unkündbaren" verwendet Naujoks reißerische Zwischenüberschriften, die  eine deutliche Sprache sprechen und enthüllen, welchen Geistes er ist. Er beschreibt dort: : "Demontage des Arbeitnehmers", "Zermürbungsstrategie", "Strategisches Schikanieren des Arbeitnehmers" oder "Psycho-Folter durch den Arbeitgeber".

Bekannte Kunden von Naukoks:
  • Kabel Baden-Württemberg
  • Volksbank in Ludwigsburg
  • Metallfirma BTE Biegetechnik in Ilshofen bei Schwäbisch Hall

Quellen:
Artikel der Frankfurter Rundschau, 10.03.2009
Der Mann fürs Grobe verliert, Verdi News zu Naujoks-Einsatz  bei den Volksbanken
Süddeutsche vom 14.7.2007


Foto. von Naujoks

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Published by Direkte Aktion - in Wirtschaft
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Kommentare

Thomas Trueten 03/20/2009 16:32

Es wird auch mal das Faustrecht reaktiviert:
Faustrecht gegen Betriebsratsvorsitzenden? => http://www.trueten.de/archives/4788-Faustrecht-gegen-Betriebsratsvorsitzenden.html

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