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28. Mai 2010 5 28 /05 /Mai /2010 07:08

nazis_raus.gifZossen, eine kleine Stadt bei Berlin, ist zu einem Tummelplatz von Nazis geworden. Nun wird es dort Mitte Juni ein "Antifaschistisches Aktionswochenende" mit Demonstration, Konzert und vielem mehr geben.

 

Was bisher geschah
 
Aktivitäten von Nazis stehen in Zossen auf der Tagesordnung…


In der Stadt am Rande Berlins agiert eine aktive und gut vernetzte Naziszene, die regelmäßig durch Propaganda und Gewalt auf sich aufmerksam macht. Seit Anfang 2005 bestimmt die rechtsradikale Gruppierung „Freie Kräfte Teltow Fläming“ (FKTF) das faschistische Geschehen im Landkreis. Sie tritt aggressiv und offen antisemitisch auf und erfuhr bisher kaum Widerstand. Sie veranstaltete Kundgebungen und Demonstrationen zusammen mit der NPD, trat durch spontane Aufmärsche in Erscheinung und verteilte und verklebte mehrfach Propagandamaterial. Dazu kamen noch jährlich etwa ein Dutzend gewalttätiger Übergriffe in Teltow Fläming, wovon viele den FKTF zugerechnet werden können. Federführend waren dabei immer auch Zossener Nazis.
 
Konzentrierten sich die Naziaktivitäten anfangs noch auf andere Städte im Landkreis, änderte sich dies mit einer Stolpersteinverlegung vor dem Haus des bekannten Holocaustleugners Rainer Link im November 2008. Dieser protestierte damals gewaltsam gegen die Verlegung, was große mediale Aufmerksamkeit erfuhr. Link betrieb in Zossen ein von Nazis gern genutztes „Internetcafe“, welches auch als Treffpunkt für die FKTF diente. Einen Monat später organisierte er zusammen mit den FKTF eine Störaktion bei einer Holocaustgedenkveranstaltung auf dem Zossener Markplatz . Ab diesem Zeitpunkt stiegen die Aktivitäten der Nazis rasant an.
 
Zossener BürgerInnen gründeten daraufhin die Initiative „Zossen zeigt Gesicht“. Sie organisierten Familienfeste und Infoveranstaltungen, um die Bevölkerung für rechtes Gedankengut zu sensibilisieren. Von Anfang an standen sie im Visier von Naziaktivitäten, angefangen von beschmierten Häusern bis hin zu Morddrohungen gegen Mitglieder der Initiative. Seit der Eröffnung des von ihnen betriebenen „Haus der Demokratie“ im September 2009 war dieses vermehrt Ziel von Anschlägen.  Die Büroräume wurden verwüstet, Scheiben eingeschlagen, Wände besprüht und das Gebäude eines Sprechers mit Farbbomben beworfen. Den bisherigen Höhepunkt dieser Angriffsserie stellte ein Brandanschlag auf das „Haus der Demokratie“ dar. In der Nacht vom 22. zum 23. Januar 2010 zündeten lokale Nazis das Gebäude an, welches daraufhin komplett niederbrannte.

 

Am 27. Januar 2010, dem Holocaustgedenktag, fand eine Kundgebung der Bürgerinitiative auf dem Marktplatz in Zossen statt. Ungefähr 150 Leute kamen zusammen, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Doch nicht weit entfernt hatte sich eine Gruppe von 20 Nazis versammelt.  Während Namen von Opfern der deutschen Vernichtungsmaschinerie vorgelesen wurden, störten die Nazis die Kundgebung mit NS-verherrlichenden und verharmlosenden Parolen massiv, einige zeigten den „Hitlergruß“ und leugneten mit Ausrufen wie „Lüge“ auch noch den Holocaust.

 

Für die anwesende Polizei waren diese Straftaten  kein Grund, einzuschreiten. Weder die nicht angemeldete Versammlung der Nazis, noch ihre antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Parolen gaben Anlass für Platzverweise oder  Anzeigen. Als Ermittlungsverfahren gegen eingesetzte Beamte eingeleitet wurden, war das polizeiliche Videomaterial plötzlich verschwunden.

 

Wider den Zossener Zuständen!


Weil Sie diese "Zossener Zustände" nicht länger hinnehmen wollen, veranstalten verschiedene Gruppen und Einzelpersonen aus dem Landkreis Teltow-Fläming und ganz Brandenburg jetzt ein antifaschistisches Aktionswochenende vom 12.-13.Juni 2010. Unter dem Motto „Schon wieder Zossen?! NS- Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen!“ wollen Sie den Nazis und anderen Rechten an diesem Wochenende den öffentlichen Raum nehmen und antifaschistischen Protest nach Zossen tragen.
 
Ihr Anliegen ist hierbei vor allem die AntifaschistischenInnen vor Ort zu unterstützen. Praktisch ausgedrückt bedeutet dies: Wenn Nazis glauben aus Zossen eine „national befreite Zone“ machen zu können, dann werden sie sich  ihnen entgegen stellen und zeigen, dass ihre menschenverachtenden Ideen in Zossen keinen Platz mehr finden werden!


Vorläufiges Programm:

 
Camp auf der Wiese gegenüber vom ehemaligen Haus der Demokratie (Kirchstrasse),
mit Übernachtungsmöglichkeiten (Zelte vorhanden, Schlafsack mitbringen!)
 
Samstag, 12. Juni
13:00 Uhr: Vortrag und Diskussion. Dr. Rolf Gössner (Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte): Staatlicher Umgang mit Neonazismus und rechter Gewalt (verbieten, unterwandern, verdrängen) im Konflikt mit antifaschistischen Grundsätzen und Aktionen
15:30 Uhr am Bahnhof Zossen: DEMONSTRATION:
NS-Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen. Mit Techno-DJ-Wagen
18:00 Uhr: Umsonst & Draussen - Konzert: Drei gegen die Windmühlen, Antilopen Gang, Dirk von Lowtzow (Tocotronic-Sänger), TURBOSTAAT
 
Sonntag, 13. Juni:
13:00 Uhr: Stadtführung mit der Bürgerinitiative Zossen zeigt Gesicht. Geschichte des Antifaschismus und zu Jüdischen Leben in Zossen.

 

 

Mehr Infos:

Artikel auf indymedia

 

Wenn ihr den Aufruf zum antifaschistischen Aktionswochenende unterstützen wollt, dann schreibt eine Mail an: linkerflaeming@gmx.de

 

 

Siehe auch weitere Artikel in der Kategorie "Nazi-Aktivitäten", zum Beispiel: 

Nazis am 5.Juni in Hildesheim

Gegen den NPD Parteitag am 4. Juni 2010 in Bamberg

Fast ein Toter: Am 29. Mai Demos gegen Nazi-Gewalt in Fürth und Nürnberg

nazis sind wie staub....

8. Mai: Feiern wir den Sieg über das Böse!

Müssen Demos gegen Nazis wirklich sein? Kann man die nich einfach mal wegignorieren?
Kritische Anmerkungen zum 13.2.

Ein Faschist, der nichts ist, als ein Faschist ...

Mein, dein, unser... täglicher Rassismus 

Inglourious Basterds: And we'll never rest again... 

 

 

Naziaufmärsche verhindern ist wie Müll raus bringen – irgendwer muss die Scheiße ja machen!“ (venceremos).

 

nazis sind wie staub, räumt man ihn nicht weg, wird er mehr und mehr..


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Published by Direkte Aktion - in Nazi-Aktivitäten
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